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Stadtteilmütter
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Stadtteilmütter

Frauen mit Migrationshintergrund den Weg auf den Arbeitsmarkt zu ebnen und Familien mit ausländischen Wurzeln den Kontakt mit deutschen Behörden oder Institutionen zu erleichtern - hierzu wurde 2010 das Projekt "Stadtteilmütter" ins Leben gerufen.

Inzwischen haben sich die Stadtteilmütter als Vermittlerinnen etabliert. Ihr Einsatzort ist immer in problemintensiven Bereichen in ihrem Bezirk. Weil man sie dort gut kennt und sie auch die Situation ihrer Nachbarn gut einschätzen können, finden sie Zugang zu Menschen, die sonst für die Mitarbeiter der Stadt Salzgitter nur schwer erreicht werden können, die keine Beratungsstellen aufsuchen oder das Angebot der Familienhelfer/-innen der Stadt nicht nutzen. Dabei ist es hilfreich, dass die Stadtteilmütter aus dem gleichen Kulturkreis kommen. Nebenbei lernen die "Mütter" etwas für sich, verbessern ihre deutschen Sprachkenntnisse, steigern ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstständigkeit - alles Eigenschaften, die auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt sind.

Gestartet sind zunächst fünf Stadtteilmütter über Maßnahmen des Jobcenters im Jahr 2010. Ab September 2011 konnten sieben Stadtteilmütter in Bürgerarbeit tätig werden. Das Motto des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu diesem Projekt lautet: "Arbeit statt Arbeitslosigkeit fördern." Die "Bürgerarbeiterinnen" werden vom Jobcenter nach den Merkmalen Langzeitarbeitslosigkeit und Migrationshintergrund ausgewählt und vorgeschlagen.
Bei den meisten Stadtteilmüttern lag kein Hauptschulabschluss vor. Die notwendigen Deutschkenntnisse und auch der Kontakt zu Institutionen, zu denen sie später andere Menschen mit ausländischen Wurzeln begleiten sollen, wurde ihnen während verschiedener Qualifizierungsmaßnahmen vermittelt.

Bereits 2011 zeigte das Projekt erste Erfolge: Über das Förderprogramm "Stärken vor Ort" wurden sieben Frauen für die Tätigkeit fortgebildet und waren im Bezirk Fredenberg im AWiSTA sowie im SOS-Mütterzentrum in Salzgitter-Bad eingesetzt. Der erste Teil des Projektes lief Ende Dezember 2014 aus. Sowohl die AWO, als auch das Mütterzentrum konnten von positiven Rückmeldungen, der von den Frauen betreuten Menschen berichten. Diese würden immer stärker die beiden Stadtteilzentren aufsuchen und auch in deren Verhalten gegenüber den dortigen Mitarbeitern hätte sich einiges verändert. So kämen ältere Frauen zum Beispiel nun oftmals allein ins Mütterzentrum. Vor einigen Jahren wäre dies aufgrund ihres kulturellen Hintergrundes noch undenkbar gewesen. Die Stadtteilmütter seien aber auch bei den deutschen Besuchern inzwischen anerkannt und ihre Arbeit werde geschätzt.

Die Stadt Salzgitter will auf jeden Fall am Erhalt der "Stadtteilmütter" festhalten. Sie bringen Bewegung in ihren Bezirk und aktivieren ihre Zielgruppen. Von alleinerziehender junger Mutter über Familien mit teilweise erwachsenen Kindern bis hin zu älteren Menschen sind diese Gruppen breit gefächert. Die häufigste Aufgabe der "Mütter" ist das Ausfüllen von Formularen oder das Begleiten von Menschen zu Ärzten, Behörden und Institutionen.

Das Projekt wird deshalb 2015 für weitere zwei Jahre weitergeführt. Neben der sogenannten "niedrigschwelligen" Beratung, wird ein Arbeitsmarktprojekt für Frauen mit Mitgrationshintergrund ins Leben gerufen. Es sollen berufliche Perspektiven entwickelt werden, damit die "Mütter" in Zukunft sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten am ersten Arbeitsmarkt ausüben zu können. Auch die neuen "Stadtteilmütter" sollen geschult werden, um am Ende den gleichen Wissenstand bei allen Teilnehmerinnen zu erreichen.

Die Schulung wird noch weiter ausgebaut, da auf die "Mütter" neue Aufgaben zu kommen, wie zum Beispiel der Besuch von jungen Eltern, denen zur Geburt ihres Kindes ein Babybegrüßungspaket überreicht wird und die dann auch Fragen an die Teilnehmerinnen stellen können. In einem weiteren Fortbildungs-Schritt wird der Umgang mit schwierigen Themen vermittelt. Hierzu gehört unter anderen Frauen bei häuslicher Gewalt Unterstützungs- und Hilfsangebote aufzuzeigen oder die Frühförderung in Familien und Kindergärten zu unterstützen. Außerdem können sich die "Mütter" zur Tagespflegeperson weiterbilden lassen. Am Ende soll ein Einstieg in den Arbeitsmarkt ohne größere Hindernisse stehen.

Kontaktdaten:


SOS-Mütterzentrum Salzgitter
Mehrgenerationenhaus
Braunschweiger Straße 137
38259 Salzgitter

Conny Katschke
Tel. 05341 / 8167-21 oder -61
Fax 05341 / 8167-20
E-Mail: cornelia.katschkesos-kinderdorfde

AWO - Kreisverband Salzgitter-Wolfenbüttel e.V.
Geschäftsstelle Salzgitter
Berliner Str. 76
38226 Salzgitter

Nicola Pöckler,
Tel.: 05341 / 175711
Fax  05341 /179020
E-Mail: poecklerawo-salzgitterde

Donnerstag, 19.03.2015




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