Flächennutzungsplan und räumliche Entwicklungsplanung
Seit den 80er Jahren kennzeichnen gesteigertes Umweltbewußtsein und ganzheitliche Betrachtung aller Verkehrssysteme zunehmend den Verkehrsplanungsprozess. Veränderungen der Siedlungs-, Verkehrs- und Sozialstrukturen bewirkten in den vergangenen Jahrzehnten sowohl Steigerungen als auch Verlagerungen der Verkehrsnachfrage in Salzgitter. Die künftige RegioStadtBahn wird weitere Veränderungen sowohl im Binnen- als auch im Quell/Ziel-Verkehr nach sich ziehen. Dieses und die Notwendigkeit finanzieller Förderungen verkehrlicher Projekte begründen eine zeitnahe stadtübergreifende Verkehrskonzeption - einen Verkehrsentwicklungsplan mit Lärmbilanzierung und transparenter Bürgerbeteiligung.
Vorgeschlagen wurde ein kooperatives Beteiligungsmodell in Form eines Arbeitskreises mit themenbezogener Einbeziehung wichtiger Schlüsselpersonen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Ein externer Moderator soll den Arbeitskreis bei Konsenzfindung, Kompromißbildung und Interessenausgleich unterstützen. Die wechselseitige Akzeptanz von Verwaltungsfachleuten, Fachbüro, Politik, Interessenvertreter und Nichtfachleuten ist Voraussetzung für ein gutes Ergebnis der Verkehrsentwicklungsplanung.
Der VEP-SZ wird seine Ziele, Indikatoren, Instrumentarien und Maßnahmenkonzepte an den Dimensionen und Grundprinzipien der Nachhaltigkeit sowie den Leitbildern und Zielen des Regionalen Raumordnungsprogramms und Nahverkehrsplans orientieren. Sein Leitmotto könnte lauten: "Von der Mobilitätssicherung zur umweltgerechten Mobilitätsbewältigung". Aufgabe der integrierten Verkehrsentwicklungsplanung wird es sein, für alle Verkehrssysteme differenzierte umwelt- und umfeldgerechte Lösungen der Raumüberwindung von Personen- und Güterströmen sowohl in verdichteten als auch ländlich geprägten Stadtarealen zu erarbeiten. Dabei wird die klassische dreistufige Zielstrategie Vermeidung bzw. Verminderung überflüssiger Verkehre, Verlagerung störender Verkehre sowie umwelt- und sozial verträgliche Abwicklung verbleibender Verkehre im Diskussionsprozess sicherlich eine wichtige Rolle spielen.
Der augenblickliche Sachstand des Planungsprozesses stellt sich wie folgt dar:
Nach Zählungen des Motorisierten Individualverkehrs auf allen städtischen Hauptverkehrsstraßen im Jahre 1999 wurden im September 2002 über eine telefonische Haushaltsbefragung über 2000 Bürger aller Altersklassen nach ihrem werktäglichen Verkehrsverhalten befragt. Außerdem erfolgte eine Sondererhebung zum Wirtschaftsverkehr im Stadtgebiet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden ebenso wie Strukturdaten der Bevölkerung, Arbeitsplätze, usw. als Dateninput in das rechnergestützte Verkehrsmodell-Salzgitter implementiert. Aufgabe dieses Verkehrsmodelles ist es, das komplexe Verkehrsgeschehen der Stadt möglichst realitätsbezogen abzubilden, Erkenntnislücken zu schließen und den am Verkehrsentwicklungsprozess beteiligten Fachleuten, Interessenvertretern und Bürgern ein starkes Entscheidungshilfsmittel an die Hand zu geben.
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