Statt 21 Ämter und Referate nur noch 14 Fachdienste
Von bisher 21 Ämtern und Referaten verbleiben 14 Fachdienste, drei Eigenbetriebe und in ihren Geschäftsfeldern erweiterte städtische Gesellschaften. Oberbürgermeister Helmut Knebel spricht von einer "Jahrhundert-Reform". Einen kontinuierlichen Abbau von Arbeitsplätzen bei Beamten, Angestellten und Arbeitern mit inzwischen weit über 300 Stellen habe es seit Mitte der 90er Jahre gegeben, nunmehr gehe er mit Unterstützung des Rates einen Schritt weiter. Rund 550 Stellen würden aus der Verwaltung ausgelagert und traditionell gewachsene Hierarchien abgeflacht.
Konkret treffe diese Reform, so Knebel, vor allem die mittlere Leitungsebene mit den Abteilungsleitern, die wesentlich verschlankt werde. Der oder die Chef/in eines Fachdienstes stütze sich nunmehr auf die zuständigen Teams in den Sachgebieten. "Angesichts unserer Haushaltslage muss jeder einzelne noch mehr Verantwortung übernehmen," nimmt der Verwaltungschef seinen Apparat in die Pflicht. Mit einer Erweiterung seines Büros um Europa- und Integrationsangelegenheiten, Kommunikation sowie Ideen- und Beschwerdemanagement, Stadtentwicklung und Sonderaufgaben trägt er dabei selbst eine Vorreiterrolle. Ihm direkt zugeordnet ist ebenso der Bereich Zentrale Steuerungsdienste mit den Funktionen Controlling, Organisation, Personal und Beteiligungsmanagement.
Ein weiterer Schritt ist die Neuschaffung oder die Erweiterung von bestehenden Eigenbetrieben. Um die Bereiche Unterhaltung von Straßen, Grünflächen und Friedhöfen ergänzt wird der bereits existierende Städtische Reinigungsbetrieb, der künftig den Namen Städtischer Regiebetrieb (SRB) führt. Mit dieser Organisation werden alle betrieblichen Bereiche und Bauhöfe unter einem Dach zusammengefasst. Bisher waren die Mitarbeiter des Garten- und Friedhofsamtes für die Grünflächen, die Mitarbeiter des Tiefbauamtes für die Straßenunterhaltung und der alte SRB für die Straßenreinigung zuständig. Durch den Service aus einer Hand erwartet Knebel erhebliche Einsparungen.
Neu sind ein Eigenbetrieb Gebäude, Einkauf und Logistik, der alle Dienstleistungen rund um die Gebäudewirtschaft bündelt. Dieser Betrieb hat über 220 Stellen und setzt sich im wesentlichen aus dem heutigen Hauptamt und Hochbauamt zusammen. Zusätzlich werden dem neuen Eigenbetrieb alle Schulhausmeister zugeordnet, da sie eine wichtige Rolle bei der Gebäudeunterhaltung einnehmen. Der neu gegründete Eigenbetrieb Grundstücksentwicklung, der aus dem Liegenschafts- und Vermessungsamt hervorgeht, soll die Erschließung und Vermarktung von Wohnbauland durch seine größere finanzielle Flexibilität vorantreiben.
Den Reformprozeß komplett machen städtische Gesellschaften. So wird das letzte von der Stadt betriebene Hallen- und Freibad in Lebenstedt an die Thermalsolbad GmbH übertragen. Das Freibad Gebhardshagen und das Hallenfreibad Thiede waren bereits zum 1. Januar 2004 - mit Investitionskosten- und jährlichen Betriebskostenzuschüssen der Stadt - von örtlichen Vereinen übernommen worden. Das Referat für Sport und Freizeit wird integriert in die Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft der Eissporthalle (künftig Sport und Freizeit GmbH) und soll in Zukunft auch die Vermarktung des Salzgittersees optimieren. Im Wettbewerb mit einer schlankeren Verwaltung hält der Rat der Stadt mit. So verringert er ebenfalls zum 1. Januar die Anzahl seiner Fachgremien von 15 auf elf. In Zukunft gibt es neben dem Verwaltungsausschuss nur noch Wirtschafts- und Steuerungsausschuss, Ausschuss für Bildung und Kultur, Sozial- und Integrationsausschuss, Umwelt-, Planungs- und Bauauschuss, Ausschuss für Feuerwehr und öffentliche Ordnung, Finanzausschuss, Jugendhilfeausschuss und Rechnungsprüfungsausschuss. Hinzu kommen die Werksausschüsse für die drei Eigenbetriebe. Außerdem verringert sich zur nächsten Kommunalwahl im Herbst 2006 die Anzahl der Mitglieder in den sieben Ortsräten der Stadt Salzgitter von 173 auf 127.
