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Tag des offenen Denkmals Drucken

Tag des offenen Denkmals 2004

Denkmalschutz live - so könnte man die Idee auf den Punkt bringen, die in den vergangenen zehn Jahren über 30 Millionen Bundesbürger zum "Tag des offenen Denkmals" auf die Beine brachte.
Auch in Salzgitter war die Aktion ein Riesenerfolg. Grund genug für das Bauordnungsamt der Stadt sich erneut koordinierend zu beteiligen. Gleich mit sechs Objekten ist Salzgitter dabei, wenn am Sonntag, 12. September, wieder zum „Tag des offenen Denkmals" eingeladen wird. Zu besichtigen sind die Burgruine Lichtenberg, die ehemalige Wasserburg Gebhardshagen im Rahmen des Festwochenendes zur 875-Jahr-Feier, Klostermühle Ringelheim, die Obere Sukopsmühle bei Bruchmachtersen, der Wasserturm Lobmachtersen sowie die Heilwasser und Quellen in Salzgitter-Bad.

Der Tag des offenen Denkmals trägt in diesem Jahr die Überschrift „Wasser", deshalb die Objekte Wasserturm Lobmachtersen, der 1928 erbaut wurde, Klostermühle, Sukopsmühle und Salzgitter-Bad mit der Irenenquelle und der Saline im heutigen Rosengarten. Doch zunächst das Aushängeschild Burgruine Lichtenberg, die von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden kann (Führungen um 10, 12, 15 und 17 Uhr). Das Erbauungsjahr ist ebenso wie der des Erbauers urkundlich nicht belegt, jedoch sind große Teile der Burg auf die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts zu datieren als sie im Besitz des Welfenherzogs Heinrich der Löwe stand. Die Ruine setzt sich aus den Rudimenten der aus Ringmauer mit Türmen bestehenden Niederburg und der Oberburg zusammen, die neben Torturm, Palas und Caminata einen auf den Fundamenten des alten Bergfrieds errichteten Aussichtsturm von 1893 umfaßt.

Die heutige Burg- und Domäne Gebhardshagen (Führungen um 9.30 und 12 Uhr) geht auf eine mittelalterliche Wasserburg der seit 1129 bezeugten Edlen von Hagen zurück. Das genaue Alter ist unbekannt. Ihre erstmalige urkundliche Erwähnung fand sie 1261. Als 1280 das Geschlecht derer von Hagen ausstarb, kam die Burg in den Besitz der Welfen, die sie an andere Familien weiter verpfändete. Im Laufe der Geschichte wurde sie mehrfach, zum Teil erheblich zerstört und wieder aufgebaut. Im 17. Jahrhundert machten umfangreiche Umbauten aus der Wasserburg eine große landwirtschaftliche Gutsanlage. Der Wasserturm Lobmachtersen (geöffnet von 10.30 bis 17 Uhr) dokumentiert beispielhaft die technische Entwicklung der Wasserwirtschaft in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Im Frühjahr 1928 beschloss der Gemeinderat ihn zu errichten und Wasserleitungen in die Wohnhäuser zu legen. Der über 24 Meter hohe Wasserturm wurde über einer Quelle erbaut, die der Bevölkerung ursprünglich als Viehtränke und zur Notversorgung gedient hatte.

Als am 10. September 1696 der größte Teil des Klosters Ringelheim durch ein Feuer vernichtet wurde, fiel auch die durch die Innerste betriebene Wassermühle den Flammen zum Opfer. Abt Abdon Könich, der dem Kloster von 1692 bis 1703 vorstand, ließ sie neben anderen Gebäuden 1699 wieder aufbauen. Mehr als 100 Jahre - bis zur Säkularisierung 1803 - mahlten die Mönche in der Mühle ihr Korn zu Mehl, weitere 100 Jahre ließen danach die Besitzer der Klosteranlage dort ihr Getreide mahlen. In seinem Todesjahr 1898 baute Graf Georg von der Decken die Mühle in ein kleines Wasserkraft-Elektrizitätswerk um. Als erste Ortschaften wurden Ringelheim, Söderhof, Haverlah und Alt Wallmoden mit Strom versorgt. 1913 wurde die „Elektrizitätswerk Ringelheim GmbH" an die Überlandzentrale Helmstedt (ÜZH) verkauft. Führungen in der ehemaligen Wassermühle sind um 15 und 16.30 Uhr.

Die Obere Sukopsmühle (Führungen um 10 und 12 Uhr) wurde 1438 erstmals urkundlich erwähnt. Sie soll aber schon im 12. Jahrhundert bestanden haben und damit älter sein als die Untere Sukopsmühle. Der Name stammt von einer Familie, die sie über 200 Jahre zum Lehen hatte. Bis 1891 gehörte noch eine Windmühle zur Oberen Sukopsmühle, die später erheblich modernisiert wurde. So mußte z.B. 1922 das große Mühlenrad einer Wasserturbine weichen. Seit 1995 befindet sie sich im Besitz der Familie de Fauw. In der Unteren Sukopsmühle wurde bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs noch gemahlen.

Dass Heilwasser ein Element mit medizinischer Wirkung ist, trifft besonders auf das Wasser der Irenenquelle in Salzgitter-Bad, dem das Institut Fresenius in Wiesbaden bei diversen Stoffwechselerkrankungen Heilkraft bescheinigt. Das Irenenquellwasser wurde vom Vertriebsunternehmen Vorlo bundesweit verkauft und auch ins Ausland verschickt. Führungen sind dort um 11, 14 und 16 Uhr. Nachdem die Saline im heutigen Rosengarten 1925 nach einem Brand ihren Betrieb einstellen musste, wurde die Sole weiter für medizinische Bäder verwendet. Seit 1972 speist die durch zwei Bohrungen im Rosengarten erschlossene Sole das Thermalsolbad am Greif.


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