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Seeviertel Drucken

Wohngebiet bekommt ein neues Gesicht

Die Sanierung des Seeviertels in Salzgitter-Lebenstedt im Rahmen des Förderprogrammes "Stadtumbau West" nimmt konkrete Formen an.

Nach dem Auszug der letzten Mieter gaben am 27. September 2005 Oberbürgermeister Helmut Knebel und die beiden Geschäftsführer der Munte Immobilien, Sven-Thomas Munte und Martin Streppel, den Start frei für den Rückbau des Hauses Kattowitzer Straße 249.

Nach den Worten von Oberbürgermeister Knebel beginne mit den eingeleiteten und bereits realisierten Massnahmen im Stadtumbau West nun für die Bevölkerung das zweite sichtbare Impulsprojekt. Salzgitter sei eine von 16 Pilotstädten in Deutschland und stelle sich mit dem Umbau des Seeviertels angesichts der demographischen Entwicklung rechtzeitig auf die nahe Zukunft ein. "Bevölkerungsrückgang ist überall zu registrieren", so der Verwaltungschef, "aber wir agieren statt zu reagieren, um Wohnen und das Wohnumfeld wettbewerbsfähig zu halten."

Mit den von Munte Immobilien gemanagten Investitionen, unterstreicht der Oberbürgermeister, werde der Nachweis angetreten, dass der Rückbau von Wohnungen und der Umbau eines Stadtviertels für ein Wohnungsunternehmen zukunftsweisend sei. Der erfolgreiche Einsatz von Fördermitteln dürfte andere Wohnungsbauträger ansprechen, sich gemeinsam mit der Stadt Salzgitter an Stadtumbauprogrammen des Bundes und der Länder zu beteiligen. Lobenswert sei die enge Kooperation zwischen Munte Immobilien, der Stadt Salzgitter (Referat für Stadtentwicklung), der Diakonie und anderen Akteuren des Projektes Seeviertel.

Thomas Munte und Martin Streppel betonen, dass die Modernisierung einzelner Wohnungen und Häuser - wie bisher geschehen - nicht mehr ausreiche. Heute sei es die Herausforderung für professionelles und vitales Immobilien-Management, sich um die Ganzheit eines Wohnviertels zu kümmern. Dazu gehöre neben den Modernisierungen insbesondere die Verbesserung des Wohnumfeldes, z.B. durch neue Wege, die das Viertel kreuzen, die Ansiedlung von ortsnahen Einkaufsmöglichkeiten und der optische Eindruck eines Viertels nach außen - und damit auch sein Image. Von entscheidender Bedeutung wären darüber hinaus viele weiche Faktoren. Wenn sich die Bewohner eines Viertels wohlfühlten, dort gerne wohnen und Angebote vorfänden, die das Leben im Stadtteil lebenswert erhalten, dann könne ein Investor mit seinen Immobilien langfristig Erfolg haben.

Munte Immobilien hat im Seeviertel bereits ein Hochhaus mit 5,6 Millionen Euro modernisiert. In mehreren Bauabschnitten folgten weitere Wohngebäude und 2004 wurde in Kooperation mit der Diakonie-Kreisstelle Salzgitter der Seeviertel-Treff, als erstes Impulsprojekt, ins Leben gerufen und umgebaut. In der Versuchsphase befindet sich der Wochenmarkt im ehemaligen Einkaufszentrum mit vorwiegend regionalen landwirtschaftlichen Produkten, dieses soll noch in diesem Jahr zu einem Sozialen Zentrum (Marktplatz der Kommunikation) mit einer Zeltdachmembrane ausgebaut werden. Darüber hinaus wird es einen neuen Fußweg zum Salzgittersee geben, größere Spiel- und Aufenthaltsbereiche als Quartierspark, umgestaltete Einfahrtsbereiche für den Fahrzeugverkehr, eine Garagenanlage und aufgewertete Frei- und Grünflächen zwischen den Wohngebäuden.

Das Seeviertel liegt zwischen der City Lebenstedt und dem Salzgittersee. Das in den 60er und 70er Jahren entstandene Quartier ist durch drei-bis viergeschossigen, teilweise achtgeschossigen, Mietwohnungsbau geprägt. Ein Einkaufszentrum aus den 60er Jahren hat längst seine Bedeutung als Nahversorger verloren. Munte Immobilien will nun zunächst 48 Wohnungen in Gebäuden mit Plattenbauweise zurückbauen, die aufgrund ihrer ungünstigen Lage direkt an der stark befahrenen Kattowitzer Straße und des Gebäudezustandes nicht mehr marktfähig sind. Die kaufmännischen Verluste aus der Rückbaumaßnahme und den Betrieb der sozialen Einrichtungen trägt das Unternehmen selbst, der Stadt werden keine Folgekosten entstehen.

Dienstag, 27.09.2005


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