Schülerzahlen
Zwischen 5 und 14 Prozent soll laut Prognose bis 2010 die Zahl der Fünftklässler landesweit sinken. In Salzgitter werden es nach einer Berechnung des Fachdienstes Bildung um die 8 Prozent werden. "Wir beobachten ständig die Schülerzahlen, müssen aber eine konkrete Entwicklung abwarten, die Frage von Schulschließungen wird frühestens 2010 zu diskutieren sein", sagte Stadtpressesprecher Norbert Uhde. Durch die Zusammenlegung von zwei Haupt- und zwei Realschulen in Bad seien bereits während der Schulstrukturreform 2004 Weichen für die Zukunft gestellt worden. Das treffe auch auf vier Grundschulen zu, die seither aufgehoben worden seien.
"Andere Kommunen haben auf diesem Gebiet vielleicht ihre Hausaufgaben nicht gemacht", kommentierte Oberbürgermeister Frank Klingebiel diese Vorarbeit. Er stehe zu seinem Versprechen, im aktuellen Haushalt 300.000 Euro für die Sanierung von Schulen durch Umschichtung freizuschlagen. "Ich bin mir allerdings sicher, dass im Hinblick auf Schulfusionen das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist."
Auf die Frage, ob geringere Schülerzahlen nicht auch eine Chance für die Verbesserung der Unterrichtsversorgung seien, meinte Klingebiel, das sei Sache des Landes. Die Stadt sei als Schulträger nicht für das Personal, sondern lediglich für die Gebäude zuständig. Das heiße aber nicht, dass die Kommunen keine Einflussmöglichkeiten hätten. "Man kann politische Wege nutzen, kommunale Spitzenverbände können sich gegen Schulschließungen und für bessere Unterrichtsversorgung stark machen, ebenso wie die Elternschaft." Er werde auch in diesem Sinn persönliche Gespräche bei der Landesregierung führen. Das Land könne freilich nur durch Umschichtung von Mitteln eine Verbesserung erzielen. "Das Geld muss ja irgendwo herkommen." In Salzgitter wird der Schulentwicklungsplan 2009 neu erstellt. Es gibt, so betonte Pressesprecher Uhde, einen Auftrag des Rates, kleine Schulen zu erhalten.
Das Schulsterben betrifft laut Prognose der SPD-Landtagsfraktion vor allem Hauptschulen, die ein- und zweizügig laufen, wie die meisten dieses Schultyps in Salzgitter. Notfalls, so Uhde, müssten Hauptschulen zusammengelegt werden, zum Beispiel in Lebenstedt. Andererseits blieben die Realschulen mit drei bis vier Klassen je Klassenstufe mittelfristig konstant, die Tendenz an den Gymnasien sei mit fünf bis sieben Zügen sogar leicht steigend.
