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Stadtsanierung Drucken

Sanierung von City und Dorf

Nach 20 Jahren ist die Sanierung der City und des Alten Dorfes Lebenstedt beendet. Der Ortsrat der Ortschaft Nord hat in seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend einstimmig beschlossen, dass das Sanierungsgebiet aufgehoben wird.

Etwa 16 Millionen Euro wurden hier in dieser Zeit an öffentlichen Geldern investiert. Davon stammen rund 8 Millionen aus der Städtebauförderung von Bund und Land. Hinzu kommen 1,3 Millionen Euro von der EU sowie Ausgleichsbeträge und Erlöse aus Grundstücksverkäufen von 2,8 Millionen Euro.

"Es ist unglaublich viel passiert im Alten Dorf", sagt Günter Klatt, Leiter des städtischen Fachdienstes Stadtentwicklung und Bauordnung. Er nennt beispielhaft die Errichtung der Kulturscheune und des Medienzentrums, den Straßenbau und die Bebauung des so genannten Engster'schen Grundstücks. Aber auch in der City habe sich vieles verändert - wenn man etwa daran denke, dass es zuvor in der von Autos befahrenen Chemnitzer Straße eine Tankstelle gegeben habe.

Die beiden letzten Projekte im Rahmen der Stadtsanierung sind die Umgestaltung der so genannten Schröder-Passage, die die City mit Alt-Lebenstedt verbindet, sowie der spektakuläre Abriss des ehemaligen Einkaufszentrums Apollo-Center. Die Umgestaltung der Albert-Schweitzer-Straße dagegen gehört schon nicht mehr dazu.

Für die Bewohner der Sanierungsgebiete ist die Aufhebung der Satzungen - die Zustimmung des Stadtrates dazu ist nurmehr eine Formalie - ein wichtiger Einschnitt. "Für viele ist das jetzt eine neue Freiheit", sagt Klatt. Der Sanierungsvermerk werde aus dem Grundbuch gelöscht, Bauvorhaben auf dem eigenen Grundstück unterlägen nun nicht mehr der besonderen Genehmigungspflicht, so Klatt. Auch der Verkauf sei nicht mehr genehmigungspflichtig.

Auf der anderen Seite kommen auf die Grundstückseigentümer auch finanzielle Belastungen zu: "Im Sanierungsgebiet entstehen die so genannten sanierungsbedingten Wertsteigerungen", erklärt Günter Klatt. "Weil die öffentliche Hand Gelder in die Sanierung gepumpt hat, wird der Wert der Grundstücke gesteigert - das wird von der Stadt als Ausgleichsbetrag abgeschöpft."

Dazu bestimmt ein Gutachterausschuss für jedes einzelne Grundstück die Wertsteigerung. Klatt rechnet damit, dass diese Zahlen Mitte des nächsten Jahres vorliegen - und dass dann die entsprechenden Bescheide verschickt werden können. In der Vergangenheit seien bei der Entlassung anderer Bereiche aus dem Sanierungsgebiet Wertsteigerungen von 8 bis 15 Euro je Quadratmeter ermittelt worden.

Erfahrungen mit anderen städtebaulichen Sanierungen hätten ergeben, dass öffentliche Investitionen noch einmal etwa das Siebenfache an privaten Folgeinvestitionen anzögen, heißt es bei der Stadt. Das würde bedeuten, dass in den vergangenen 20 Jahren insgesamt 128 Millionen Euro in die Lebenstedter Innenstadt geflossen sind.

Mittwoch, 13.12.2006


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