Gegen Produkte aus Kinderarbeit
So lautet die Kernaussage einer von Oberbürgermeister Frank Klingebiel unterschriebenen Vorlage, über die der Rat in seiner Sitzung am 28. April entscheiden wird.
Als Repräsentantinnen der Katholischen Kirchengemeinde St. Joseph stellte Klingebiel im Rathaus Helga Heidenblut und Dr. Hannelore Viciano-Gofferje die Vorlage vor, die in den vergangenen Wochen von den Fachdiensten Kinder, Jugend und Familie sowie Stadtplanung, Umwelt und Baurecht verfasst worden war. Im vergangenen Jahr hatte die Kirchengemeinde eine Initiative gegen den Kauf von Produkten aus Kinderarbeit gestartet und dem Oberbürgermeister im November eine Liste mit rund 1500 Unterschriften überreicht.
Nach dem Beschlussvorschlag der Verwaltung sollen künftig bei Ausschreibungen nur Produkte und Dienstleistungen berücksichtigt werden, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind oder deren Produzenten und Händler sich aktiv gegen Kinderarbeit bzw. für einen Ausstieg aus ihr einsetzen. Darüber hinaus will die Stadt Salzgitter ihre Partnerstädte bitten, ebenfalls derartige Beschlüsse zu fassen und umzusetzen.
Wie die Leiterin des Fachdienstes Kinder, Jugend und Familie, Dr. Roswitha Krum, und Christa Zimmany aus der zentralen Stelle für Vergabeangelegenheiten im Fachdienst Sadtplanung, Umwelt und Baurecht erläuterten, sei die Stadtverwaltung in diesem Thema schon jetzt gut aufgestellt. Eigene Erfahrungen und zusätzliche Recherchen zeigten, dass Produkte aus Kinderarbeit nicht eingekauft würden. Zudem nehme die Anzahl der Zertifizierungen zu, in denen sich Wirtschaftsverbände selbst gegen derartige Erzeugnisse wenden. Eine "Grauzone" sei dennoch nie völlig auszuschließen.
Für Oberbürgermeister Klingebiel ist es wichtig, den nationalen und internationalen Druck auf Staaten und ihre Wirtschaft gegen Kinderarbeit zu erhöhen. Salzgitter habe sich in seinem Leitbild dazu bekannt, sich zu einer der kinder- und familienfreundlichsten Städte Deutschlands zu entwickeln. Es sei daher ein selbstverständliches Anliegen, die Forderung der ILO-Konvention Nr. 182 zu unterstützen.

