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Gesundheitskonferenz
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Zukunft der Gesundheitsversorgung

Das Gesundheitsamt der Stadt Salzgitter und des Landkreises Goslar hatte zur ersten regionalen Gesundheitskonferenz im Rahmen der "Gesundheitsregion Niedersachsen" in das Hotel am See in Lebenstedt eingeladen.
Von links:  Dr. Maren Preuß, Dr. Stefan Müller-Dechent, Henning Loß, Erste Stadträtin Christa Frenzel, Katharina Wunderling, Sylvia Fiedler, Barbara Henning. Großbildansicht

"Wir sind in der Stadt Salzgitter am Anfang dieses Projektes, mit dem wir verschiedene Themen und Bereiche betrachten wollen. Es geht um ein abgestimmtes Vorgehen zum Beispiel der ärztlichen Versorgung ebenso wie um die Frage der Kindergesundheit oder die Fachkräftesicherung im Pflegebereich", betonte die Erste Stadträtin Christa Frenzel. "Die Ideen aus der ersten Gesundheitskonferenz werden uns wichtige Hinweise auf notwendige Maßnahmen geben. Gesundheit ist ein wichtiges Querschnittsthema. Gute Gesundheit ist die Basis für die Teilhabe in vielen Bereichen."

Zu der Veranstaltung waren Fachleute aus dem Gesundheitsbereich sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Fachdienste, deren Arbeit das Thema Gesundheit zum Inhalt haben, eingeladen. Themen der Konferenz waren die Gesundheitsprävention bei Kindern, die Gesundheit der "60 plus" Generation, die ärztliche Versorgung und die Fachkräftesicherung sowie die Nachwuchsgewinnung von Pflegekräften. In verschiedenen Foren wurden Vorschläge für die Gestaltung der Gesundheitsregion in Salzgitter erarbeitet, die sogenannte "Themenpaten" im Anschluss der Veranstaltung vorstellten.

Sylvia Fiedler, Kinder- und Familienbeauftragte der Stadt, hatte die Patenschaft über das Forum Gesundheitsprävention übernommen. Hier standen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem die gesundheitlichen Vorbeugemaßnahmen für Kinder und Jugendliche im Zentrum der Diskussion. Es sei, so Fiedler, das gesunde Schulumfeld intensiv in Augenschein genommen worden, wie die Vermittlung von Bewegungsmöglichkeiten, aber auch von Lebenskompetenz in Form von Nachmittagsbetreuung, Pausengestaltung oder Sportangeboten. Dabei seien Faktoren wie die vorhandene Infrastruktur, aber auch der Migrationshintergrund bei Kindern bei den Vorschlägen berücksichtigt worden.

Für das Thema der Generation der über 60jährigen, hatte die Fachdienstleiterin Soziales und Senioren, Katharina Wunderling, die Themenpatenschaft übernommen. In diesem Forum, sei das Thema "Demenz" sehr stark diskutiert worden. Es sei festgestellt worden, dass es bereits einige Informations-Angebote für Angehörige und Betroffene in Salzgitter gebe. Aber darüber bestehe ein Informationsdefizit in der Bevölkerung. "Wir möchten uns als ,demenzfreundliche Kommune' auf den Weg machen", erklärte Wunderling. Außerdem war "Alter und Sucht" einer der Themen dieses Bereiches. Wie kann gegengesteuert werden, wenn ältere Menschen, die in den Ruhestand treten, ihre Tagesstruktur verlieren und in die Abhängigkeit von Alkohol oder anderen Suchtmitteln, beziehungsweise der Spielsucht, geraten? Ein weiteres Thema war das Wohnen im Alter. Auch hier, so die Fachdienstleiterin, gebe es bereits Angebote der örtlichen Wohnungsunternehmen. Dies sei aber nur wenig bekannt.

Wie kann die ärztliche Versorgung in Salzgitter auch für die Zukunft gesichert werden? Damit beschäftige sich ein weiteres Forum, dessen Patenschaft Dr. Maren Preuß, Fachreferentin der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen (LVG), übernommen hatte. Im Vergleich zu anderen Regionen in Niedersachsen, so Dr. Preuß, gebe es in Salzgitter zur Zeit noch eine gute ärztliche Versorgung. Aber durch den demografischen Wandel, auch unter dem Hinblick, dass die niedergelassenen Ärzte derzeit einen Altersdurchschnitt von Mitte 50 aufweisen, werde sich die Stadt Salzgitter auf einen Wandel einstellen müssen. Die Frage sei: "Was kann man tun, damit Salzgitter zu einer attraktiven Niederlassungsregion für Ärzte wird?" Ein Ergebnis der Diskussion sei gewesen, das die Ausbildungssituation für die Mediziner attraktiver gestaltet werden müsse.

Um die Attraktivität der Stadt für jene, die im Pflegeberuf beschäftigt sind, ging es beim vierten Forum. Themenpate war hier Henning Loß, Referat Integration und Fachkräftesicherung. Die Arbeitsgruppe sei zu dem Ergebnis gekommen, das es wichtig sei bereits an die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen heranzutreten, um sie auf die Attraktivität der Pflegeberufe aufmerksam zu machen. Da die Abbrecherquote bei den jungen Auszubildenden hier sehr hoch sei, gebe es außerdem die Möglichkeit an jene heranzutreten, die in jungen Jahren eine Ausbildung in diesem Bereich abgebrochen hätten, nun aber gereift, eine neue Chance in diesem Beruf bekommen könnten.

"Der Anfang ist gemacht. Es gibt eine große Zahl an kreativen Ideen zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation", resümierte Erste Stadträtin Christa Frenzel am Ende der Veranstaltung. "Wir starten in einen spannenden Prozess des vernetzten Arbeitens im Gesundheitsbereich. Es geht um die Menschen in Salzgitter - wir machen uns auf den Weg." Die Lenkungsgruppe der Gesundheitsregion in der Stadt werde sich intensiv mit den erarbeiteten Vorschlägen beschäftigen und das weitere Vorgehen abstimmen.

Dienstag, 16.02.2016


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