Sprungmenü

obere Global-Navigation



Henrik Stehlik
Drucken

Henrik Stehlik erringt Bronzemedaille

Erst richtete er bange Blicke zur Anzeigetafel, dann folgte der Jubelschrei:

Einen Tag nach dem Triumph von Anna Dogonadze in der Frauen-Konkurrenz hat Henrik Stehlik die Erfolgsserie der deutschen Trampolin-Turner mit dem Gewinn der Bronzemedaille fortgeschrieben. Der Weltmeister musste sich mit 40,80 Punkten nur dem Europameister Juri Nikitin (Ukraine/41,50) und Titelverteidiger Juri Moskalenko (Russland/41,20) beugen. "Das Leben ist in dieser Minute ein Stück schöner geworden", sagte der 23 Jahre alte Politik-Student aus Salzgitter strahlend, nachdem ihm die Medaille nicht mehr zu nehmen war.

"Hier sind Ostern, Weihnachten und Pfingsten auf einen Tag gefallen. Das Gesamtabschneiden unserer Turner übertrifft alle Erwartungen", jubelte Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Stehlik bestach in der Stunde der Entscheidung durch perfekte Ausführung seiner extrem hohen Sprünge und sicherte dem DTB so ein optimales Gesamtabschneiden in den Trampolin-Konkurrenzen, die erst seit vier Jahren zum Olympia-Programm gehören.

Schon im Vorkampf hatte Stehlik mit großer Ausstrahlung seine beiden Zehner-Serien durchgeturnt und war zu Recht von den Kampfrichtern auf dem Spitzenplatz (69,10) eingestuft worden. Obwohl er mit dem Schwierigkeitsgrad von 15,6 bei weitem nicht die komplizierteste Übung des Feldes turnte, hatte er damit eindrucksvoll bei den Kampfrichtern seine Medaillen-Ambitionen angemeldet. Im Finale verzichtete Stehlik spontan auf die ursprünglich geplante Erhöhung des Schwierigkeitsgrades seiner Übung auf 16,0 und vermied damit ein höheres Risiko - ein Erfolgsrezept, das schon tags zuvor bei Anna Dogonadze zum Erfolg führte. "Wir haben uns abgestimmt und gemeinsam so entschieden. Das war der Weg zum Erfolg", sagte Bundestrainer Michael Kuhn zum Entschluss, der Bronze sicherte.
"An der Spitze ist es ist unheimlich eng geworden. Deshalb wären wir auch mit dem sechsten Platz zufrieden gewesen. Aber so ist es natürlich viel schöner", sagte der Bundestrainer glücklich. "Henrik hat heute bewiesen, dass sein Weltmeistertitel kein Zufallstreffer war", sagte Kuhn weiter und gab einen Ausblick auf die Zukunft: "Was die beiden Topleute heute gezeigt haben, das kann Henrik auch."

Im Vorjahr war Stehlik in Hannover zur Überraschung der Konkurrenz als erster Deutscher Weltmeister auf dem Trampolin geworden und hatte sich damit die Messlatte für Athen unglaublich hoch gelegt. Bei den Europameisterschaften dieses Jahres hatte er die Osteuropäer nicht ein zweites Mal überraschen können und war Sechster geworden.



Logo: Salzgitter