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Vortrag Lebkom
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Wüstenblume muss nicht sein

Die Jahrtausende alte Tradition der Genitalverstümmelung von sehr jungen Mädchen in weiten Teilen Afrikas und deren Überwindung war Thema einer Veranstaltung in der Stadtbibliothek in Salzgitter-Lebenstedt.
Helga Ackermand hielt den Vortrag in der Stadtbibliothek. Foto: Hans Verstegen Großbildansicht

Unter dem Titel  "Wüstenblume muss nicht sein - Mosocho und der Wandel" berichtete Helga Ackermand über den in Fulda ansässigen Verein Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen (LebKom) und seine erfolgreiche Arbeit im Bezirk Mosocho im Westen von Kenia.

Dort hatten einige mutige Frauen aus dem Stamm der Kisii den Verein um Unterstützung bei ihrem Bestreben gebeten, das grausame Ritual abzuschaffen. Daraufhin entwickelte LebKom zusammen mit der Fachhochschule Fulda ein Konzept, das auf dem Wert-Zentrierten Ansatz beruht: Frauen sind ebensoviel wert wie Männer und haben dieselben Rechte, insbesondere das Recht auf Unversehrtheit; ein Wandel in den von männlicher Macht geprägten Strukturen lässt sich nur von Frauen und Männern gemeinsam erreichen. Deshalb werden Seminare, Workshops und Fortbildungen für sie gemeinsam durchgeführt und insbesondere Lehrkräfte als Multiplikatoren gewonnen.

Das allgemeine grundlegende Umdenken führte dazu, dass innerhalb von acht Jahren die Verstümmelungs-Quote von 98 Prozent nachhaltig um 70 Prozent gesenkt wurde und inzwischen fast 20.000 Mädchen gerettet wurden. 2011 konnte LebKom auf wiederholtes Bitten um Unterstützung in zwei Nachbarregionen mit seiner Arbeit beginnen.

Der Verein hat nur zirka 150 Mitglieder, arbeitet mit einigen Fachkräften und einem weiten Netz von Ehrenamtlichen. Außer den Mitgliedsbeiträgen von monatlich 5 Euro erhält er projektgebundene zeitlich begrenzte Mittel von einigen Bundes- beziehungsweise Landesministerien sowie der EU und ist auf Spenden angewiesen.

Wer eine kontinuierliche Arbeit von LebKom ermöglichen möchte, findet das Spendenkonto und weitere Informationen über Verein und Programm unter www.fulda-mosocho-project.com. Auch Helga Ackermand gibt Interessierten gern Auskunft unter der Telefonnummer 05341 / 58118.

Mittwoch, 07.11.2012


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