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Auszeichnung für Ehepaar
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Integrationspreis erstmals verliehen

Ein besonderer Preis für ein besonderes Engagement: Erstmals wurde in Salzgitter durch den Bürgerservice für Migranten und der Stadt Salzgitter einen Integrationspreis an das Ehepaar Tietge verliehen.
Das Ehepaar Tietge freut sich über die Auszeichnung ebenso wie über die Überraschungsgäste aus der Türkei. (Foto: Stadt Salzgitter) Großbildansicht

Das Ehepaar nahm den ersten Gastarbeiter aus der Türkei bei sich auf. Die feierliche Veranstaltung bildete den Abschluss der Interkulturellen Woche.

Christa Frenzel, Erste Stadträtin, betonte, dass Salzgitter eine multikulturelle Stadt sei, in der über 100 Nationen zu Hause sind. "Toleranz und Solidarität sind bei uns fest verankert", so die Erste Stadträtin und Dezernentin für Soziales und Bildung. Respekt sei dabei die Grundlage eines gelingenden und friedlichen Miteinanders in Salzgitter. "Für mich zeichnet sich Salzgitter durch seine starke interkulturelle Integrationskraft aus." Das habe die Stadt auch den Menschen zu verdanken, die sich für die Integration einsetzen. So wie das Ehepaar Tietge, bei dem sich Christa Frenzel herzlich für ihr Engagement bedankte.

Dincer Dinc, Koordinator der Integrationslosen vom Bürgerservice für Migranten der Stadt Salzgitter, blickte in seiner Laudatio auf das Engagement des Ehepaares zurück: Christel Otto Tietge war in den 50er Jahren beruflich für die SMAG in der Türkei. Seinem Kollegen Muammer Koruculoglu lud er zu einem Besuch nach Deutschland ein. Nachdem sich der heute 88-Jährige um eine Arbeitserlaubnis gekümmert hatte, nahm er Muammer anfangs bei sich zu Hause auf und half ihm beim Start in der Fremde. Aus den sechs Monaten wurden 27 Jahre. 1985 kehrte Muammer Koruculoglu mit seiner Ehefrau und Tochter in die Türkei zurück.

2004 starb Muammer Koruculoglu, doch die Freundschaft der beiden Familien hält bis heute. "Integration geschieht im Kleinen wie im Großen. Im Stillen wie im Lauten", sagte Dincer Dinc. Christel Otto Tietge und seine Frau Edith seien Pioniere der Integration gewesen, ohne dass es dieses Wort dafür in den 50er Jahren überhaupt gegeben hätte. "Das uneigennützige Verhalten von Familie Tietge war sicherlich auch zu der damaligen Zeit nicht selbstverständlich. Umso mehr ist es zu würdigen", betonte der Laudator bei der Preisübergabe. Der Erfolg einer gelungenen Integration sei das Spiegelbild der gesamten sozialen Gesellschaft, so Dincer Dinc.

Gerührt war das Ehepaar Tietge über die Überraschungsgäste: Die Ehefrau Sayhan und die Tochter von Muammer Koruculoglu reisten aus der Türkei an, um ebenfalls zu gratulieren. Eine besondere Begegnung anlässlich einer besonderen Auszeichnung.

Mittwoch, 04.12.2013


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