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Bergbau in Salzgitter Drucken

Bergbau in Salzgitter

Die Geschichte und Struktur der heutigen Stadt Salzgitter ist entscheidend durch den Bergbau geprägt worden. Ohne die großen Eisenerzvorkommen wäre es sicherlich nicht zum Bau des Hüttenwerkes und auch nicht zur Stadtgründung 1942 gekommen.
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Salz und Eisenerz, diese beiden Bodenschätze haben entscheidend zur Besiedelung des heutigen Salzgittergebietes beigetragen. Bereits im Mittelalter wurde das Salz als Sole genutzt und verhalf der alten Salzstadt (Heute: Salzgitter-Bad) schon früh zu Marktrecht. Noch älter sind die Schlackenfunde und der 1953 - 1955 bei der archäologischen Ausgrabung in Salzgitter-Lobmachtersen entdeckte Rennofen, der bezeugt, dass schon im 2. /3. Jahrhundert von den Germanen Eisenerz in Salzgitter verhüttet wurde.

Erste Ansätze für eine industrielle Nutzung sind ab 1868 zu nennen, als Emil Langen die "Aktiengesellschaft Eisenwerk Salzgitter" gründete. Auch die "Ilseder Hütte" setzte 1859/60 auf den Abbau der Salgitterschen Erze. Abgebaut wurden die Erzvorkommen Finkenkuhle, Haverlahwiese und Hannoversche Treue. Die gewonnenen Eisenerze wurden aufgrund ihres hohen Kieselsäuregehaltes nicht direkt verhüttet, sondern als Zuschlag-Erz zu den kalkhaltigen Oberkreide-Eisenerzen aus Lengede und Bülten verwand. Die große Konkurrenz anderer Montangebiete wie Elsaß-Lothringen und die vergleichsweise geringere Qualität der Erze aus Salzgitter führten zur Schließung dieser Hüttenwerke.

Für den Eisenerzabbau im Salzgittergebiet begann nach dem Verlust des lothringischen Eisenerzrevier 1918/19 eine neue Epoche. Die Ilseder Hütte verstärkte ihre Unternehmungen im südlichen Teil des Salzgitter-Höhenzuges und beauftragte "Anton Raky Unternehmung für Tiefbohrungen" weitere Erkundungsbohrungen durchzuführen. Nicht nur die Ilseder Hütte, auch andere Unternehmen beauftragten Raky, Probebohrungen vorzunehmen. So erlangte man erstmals einen ungefähren Eindruck über den gewaltigen Umfang und die Lagerverhältnisse der Eisenerzvorkommen im Salzgittergebiet. Experten schätzten die Vorkommen auf 1,5 Milliarden Tonnen. Eine großindustrielle Verhüttung der Erze kam aufgrund des hohen Anteils an Kieselsäure der anstehenden Erze zu dieser Zeit nicht in Betracht, trotzdem schlossen sich Anton Raky, die Rombacher Hütte und die Ilseder Hütte zu der Erzstudiengesellschaft zusammen und gründeten 1920 das Konsortium Fortuna. Anton Raky gründete 1923 auch die Bergbau AG Salzgitter.

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Erst die Erfindung von Max Paschke und Eugen Peetz von der Bergakademie Clausthal zum Schmelzen von kieselsäurehaltigen Erzen, das die Alleinverhüttung dieser "sauren" Erze möglich machte, ließ die salzgitterschen Unterkreide-Erze für eine Verhüttung im großen Stil interessant werden. Zumal in Corby/England zeitgleich von Hermann Brassert das saure Schmelzverfahren mit großem Erfolg angewendet wurde.

Aufgrund der Autarkiebestrebungen des Deutschen Reiches und des hohen Bedarfes der Wirtschaft an Roheisen wurden die reichen Eisenerzvorkommen im Untergrund von Salzgitter erneut geologisch untersucht. Am 15. Juli 1937 kam es zur Gründung der "Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten, Hermann Göring". Es wurde zeitgleich mit dem Bau des Hüttenwerkes im Raum Watenstedt -Hallendorf und dem großangelegten Aufschluss der Erzvorkommen begonnen. Das Bergbaurevier reichte von Lichtenberg und Altenhagen im Norden bis Ringelheim und Hohenrode im Süden sowie Flachstöckheim und Ohlendorf im Osten. Alle bisherigen Eigentümer von Erzfeldern wurden enteignet. Die Reichswerke übernahmen so eine Felderbesitz von 146,69 Quadratkilometern. Sie errichteten die Erzbergwerke Haverlahwiese und Hannoversche Treue, die Gruben Finkenkuhle und Georg sowie das Bergwerk Flachstöckheim (später Worthlah/Ohlendorf). Der Abbau erfolgte sowohl im Tagebau (Haverlahwiese, Hannoversche Treue, Finkenkuhle) als auch im Tiefbau.

Der Neuanfang nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war für den Salzgitteraner Erzbergbau nicht leicht. Im November 1945 nahm der Tagebau Haverlahwiese die Förderung wieder auf. 1946 folgten die Tage- und Tiefbaue Hannoversche Treue, Finkenkuhle und Worthlah. Als letztes Bergwerk ging Schacht Georg 1948 wieder in Förderung. Insgesamt wurden bis 1975 302 Millionen Tonnen Unterkreide-Eisenerze in Salzgitter gefördert. Ab den 1960er Jahren wurde der Bergbau in Salzgitter immer weiter zurückgefahren, immer mehr Gruben wurden geschlossen. Am 20. Juni 1982 erfolgte die Schließung der letzten fördernden Eisenerzgrube Haverlahwiese. Unter den Eisenbergwerken im Salzgittergebiet nimmt die Grube Konrad bis heute in mehrerer Hinsicht eine Sonderstellung ein. Sie wurde erst in den Jahren 1958 -62 errichtet und ist mit Teufen zwischen 900 und 1.300 Metern zugleich die tiefste. Bei den hier abgebauten Erzen handelt es sich um Korallenoolitheisenerz aus dem Oberjura. 1976 wurde auch hier die Förderung eingestellt.





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