Sprungmenü

obere Global-Navigation



Taubenturm in Ringelheim

Nachdem Abt Franz Schlichting mit dem Wiederaufbau und der Umgestaltug des Konventgebäudes des Klosters Ringelheim 1709 begonnen hatte, ließ er als Mittelpunkt des Wirtschaftshofes einen achteckigen Taubenturm aufbauen.
Taubenturm in Ringelheim Großbildansicht

Die dort gezüchteten Tauben sollten das Kloster zu bestimmten Zeiten für die Tafel versorgen.

Entsprechend dem Schmuckbedürfnis des Barock wurde dieser Turm nicht schlicht gehalten, sondern in gestalterischer Anlehnung an die Dachreiter der Klosterkirche ebenfalls mit einer achteckigen Barockhaube versehen. Innen wurder er über die gesamte Mauerhöhe mit Nistnischen für die Tauben versehen.

Ab 1713 übernahm dann der tatkräftige und von benediktinischem Geist erfüllte Abt Bernward Peumann den Weiterbau des Konventgebäudes.

Nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht in Preußen baute dessen Nachfolger Franziskus Freihoff ein kleines Schulgebäude mit zwei Klassen an den Taubenturm an. Die Inschrift über der Tür FF R FFA 1748 weist auf Erbauer und Baujahr hin.

In den Turm wurde später eine Decke eingezogen und der so entstandene Raum diente als Kurzzeitgefängnis für festgenommene Gesetzesbrecher bis zur Überstellung an das Amt Liebenburg. Während der Nazi-Zeit traf sich im Anbau die Hitler-Jugend.

Der Turm wurde vom Gutsinspektor Stapel 1952 neu gedeckt und der Anbau wurde als Maschinenhaus zur Wasseraufbereitung während der Zeit genutzt, als im Schloss die Lungenheilstätte untergebracht war. Nach dem Kauf des Gutes durch Karl Löwe 1968 stand der Taubenturm lange leer.

Seit 1999 wurde er von einem Freundeskreis, der "AG Taubenturm" restauriert, um das Gebäude als Ganzes zu nutzen. Seit 2013 ist hier das Trauzimmer des Standesamtes der Stadt Salzgitter untergebracht.

Text: Dirk Schaper, Ortsheimatpfleger





Logo: Salzgitter