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Martin-Luther-Kirche
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Martin-Luther-Kirche in Lebenstedt

Durch eine Spende amerikanischer Glaubensbrüder konnte schon im Dezember 1950 das heutige Martin-Luther-Gemeindezentrum eingeweiht werden. Nutzer war zuerst der zweite Pfarrbezirk der St.-Andreas-Gemeinde, aus dem 1953 die Martin-Luther-Kirchengemeinde hervorging.
Innenraum der Martin-Luther-Kirche Großbildansicht

Mit Hilfe von Bundes- und Landesmitteln wurde neben dem Gemeindehaus die heutige Martin-Luther-Kirche gebaut. Der Bau wurde 1954 begonnen, die Kirche wurde am 21. Mai 1956 eingeweiht, dies war der zweite Pfingsttag. Dieser Tag ist maßgebend für diese Kirche, denn sowohl der Bau der Kirche als auch alle Gemeindebauten (Martin-Luther-Haus, Pfarrhaus und Kindergarten) wurden an einem zweiten Pfingsttag begonnen.

Unter Berücksichtigung des Fließsandes im Baugrund wurde der Bau vom Architekten Prof. Dr.-Ing. Berndt als leichte Stahlbetonkonstruktion entworfen. Der Kirchenraum hat die Form eines Trapezes, dessen westliche Breitseite zur Berliner Straße zeigt, im Osten liegt die Schmalseite mit dem Altarraum.

Hauptachse im Innern der Kirche ist die zentrale, von Ost nach West ausgerichtete "Christusachse", auf die auch die Sitzplätze der Gemeinde ausgerichtet sind. Das Kruzifixus des Altars symbolisiert die Vergangenheit mit der Kreuzigung Jesu, das Kirchenfenster dahinter verweist auf die zukünftige Wiederkehr des Herrn. Vor Vergangenheit und Zukunft steht die Kanzel, von der in der Gegenwart das Wort Christi verkündet wird. Das Glasfenster wurde durch den Maler und Grafiker Claus Wallner (1926-1979) geschaffen, Teile von Altar, Kanzel, Taufstein und Lesepult durch seine Ehefrau, die Bildhauerin Ursula Querner (1921-1969).

Der Glockenturm trägt vier Glocken, drei Glocken des Bochumer Vereins wurden bereits 1955 während des Kirchenbaus geweiht, später wurde eine vierte Glocke eingeholt. Der fünfte Glockenplatz des Turmes wurde nicht besetzt.

Erwähnenswert ist die Taufschale der Kirche. Diese wurde von einem handwerklich begabten Bäcker aus der Kartusche einer Granate gehämmert. Die Schale wurde schon im ersten Versammlungsraum der Gemeinde, der Gaststätte "Krähenkrug", zu Taufen benutzt. Die Taufschale wird heute noch verwendet und steht als Symbol, dass auch Kriegswerkzeuge zu einem guten Zweck umfunktioniert werden können.

Im Oktober 1961 wurde eine Tochter-Kirchengemeinde gegründet, die St. Matthäus Gemeinde. Diese konnte 1968 eine eigene Kirche beziehen. Wegen zu hoher Sanierungskosten musste die St.-Matthäus-Kirche 2007 wieder geschlossen werden, die Betreuung erfolgt heute durch die Apostelgemeinde (Kirchen St. Paulus und St. Markus).

Text: Markus Schulze, Ortsheimatpfleger für Hohenrode



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