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Kapelle Burg Lichtenberg
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Kapelle Burgruine Lichtenberg

Erst 100 Jahre nach ihrer Zerstörung schuf Merian mit dem bekannten Stahlstich im Jahre 1654 die erste Ansicht der Ruine Burg Lichtenberg.
Merianstich von Lichtenberg Foto: Förderverein Burg Lichtenberg Großbildansicht

Durch archäologische Grabungen vor allem in den Jahren 1902, 1957 und die seit 1990 bis heute durchgeführte Untersuchung durch die Archäologische Arbeitsgemeinschaft Salzgitter, konnten Mauerreste der umfangreichen Burganlage, die bis etwa 1860 als Baustofflieferant genutzt wurde freigelegt, konserviert und in Plänen dargestellt werden

Anhand von Fundstücken wie Scherben, Münzen, Putz- und Mauerreste, konnten Fachleute Alter und teilweise die Funktionen der verschiedenen Bauelemente der Burg deuten.

So hatte auch die von Vögten und Burgmannen mit ihrem Gefolge bewohnte Anlage einen Raum der Stille, der Andacht und der inneren Einkehr. Schon bei ersten Erkundungen konnte die Burgkapelle lokalisiert werden. In Freskentechnik bemalte und vergoldete Putzreste, die auf die Zeit der Romanik deuten, sowie Bleiruten und bemaltes Glas waren Fundstücke im Burggraben direkt neben dem sich im Osten anschließenden Torhaus zur Kernburg, die auf eine Kapelle hinwiesen. Weitere Fundstücke sind eine Jakobsmuschel, das Pilgerzeichen des spanischen Wallfahrtsortes Santiago de Compostella und Reste der Bronzeglocke, die zum Gottesdienst rief.

Im Zuge von Untersuchungen zur Mauersanierung der Kernburg im vermuteten Bereich der Burgkapelle 2002 fand die völlige Freilegung der Bausubstanz statt. Dabei wurden im Kellergeschoß Reste eines Tonnengewölbes freigelegt, das nachträglich in die Außenmauer eingefügt wurde. Dieser Gewölbekeller wurde wohl als Vorratsraum genutzt. Die Burgkapelle lag vermutlich über diesem Gewölbekeller. Von menschlichen Überresten, die auf eine Bestattung in diesem Bereich hinweisen könnten, gibt es entgegen früheren Spekulationen keine Spur.

Ein Kapelan, der 1290 erstmals genannten Burgkapelle ist im Jahre 1542 nachgewiesen. In einem Visitationsprotokoll, das erstmals auf Veranlassung des Schmalkaldischen Bundes zur Einführung der Reformation im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel erstellt wurde, heißt es über den damaligen Pfarrer für das am Berghang unter der Burg liegende Oberfreden, Johannes Issmann, dass er ohne die Betreuung der Kapelle auf der dann 1552 zerstörten Burg Lichtenberg in wirtschaftliche Not gerate. Später war Pfarrer Issmann in Ober-, Niederfreden und in Salder Pfarrer.

Verfasser: Karlhans Kummer (Förderverein Burg Lichtenberg) 2007





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