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Wasserburg

Die um das Jahr 1000 erbaute Wasserburg in Gebhardshagen ist eine der ältesten im Lande Braunschweig.
Wasserburg Gebhardshagen Großbildansicht

Die Edelherren von Hagen sind seit 1129 bezeugt, die Burg wird um 1186 als castro, quod appellatur Haghen (Burg, die Hagen genannt wird) bezeichnet. Die an der wichtigen Heer- und Handelsstraße Minden - Halberstadt liegende Burg wurde bis etwa 1280 Stammsitz der Familie von Hagen, über die aber nur wenige weitere Nachrichten überliefert sind.

Die Mauern und Gräben der Burg dienten der Abwehr feindlicher Überfälle und Belagerungen, die damals in diesem Gebiet recht häufig waren. Der Name der Burg geht auf Ritter Gebhard von Borgfeld zurück, der die Burg 1280 von den Wolfenbütteler Herzögen übernahm.

Zur Zeit der Herren von Bortfeld wurde der Name Hagen um den in ihrer Familie häufigen Vornamen Gebhard erweitert. Dies geschah, um das braunschweigische Hagen von den anderen ebenfalls im Besitz der Herren von Bortfeld befindlichen Hagen zu unterscheiden. Der neue Name Gebhardshagen bezog sich bis ins 16. Jahrhundert nur auf die Burg.

Anfang des 15. Jahrhunderts zogen die Bewohner der frei liegenden Rodungssiedlungen Weddem und Kirchheerte in den Schutz der Burg. Ihre Orte fielen wüst und ihr Land wurde in die Hagener Flur eingegliedert. 1406 zerstörten die Truppen des Bischofs von Hildesheim den größten Teil der Burg. Im Auftrag der Braunschweiger Herzöge wurden danach die wichtigsten Teile, vor allem das Zeughaus und die Türme, wieder aufgebaut.

Die Bevölkerung des Ortes setzte sich hauptsächlich aus Landwirten, Landarbeitern, Handwerkern und Gewerbetreibenden zusammen. Vier Wassermühlen sorgten für Mehl und Schrot. Später kamen Zementmühlen und Steinbrüche hinzu. Gebhardshagen war auch als Kiepenmacher- und Besenbinderdorf bekannt.

Im 16. Jahrhundert wurde die Burg Gebhardshagen Amtssitz. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) erlitten Burg und Dorf Gebhardshagen Schäden, danach wurde die Burg zeitgemäßer als Domäne geführt. Der Scheunenraum war bereits um 1560 durch eine südliche Ergänzung fast verdoppelt worden.

Herzog Rudolf August (1666-1704) schrieb erstmals das Amt und die landwirtschaftliche Domäne Gebhardshagen öffentlich zur Verpachtung aus. Somit erhielt der Geheime Kammerrat und Kanzler Hermann Höpfner aus Kronstedt im Jahr 1671 als Erster und Meistbietender den Zuschlag als Pächter. Die Laufzeiten der Pachtverträge dauerten drei, sechs, neun oder zwölf Jahre; sie waren dem Rhythmus der Dreifelderwirtschaft angepasst.

Die Entstehung der Bergwerke und Hüttenanlagen im 20. Jahrhundert machte den Ort zum Wohnsitz vieler Bergarbeiterfamilien. 1982 wurde mit der Schachtanlage Haverlahwiese, die letzte der 15 Gruben in Salzgitter und im Vorharz stillgelegt. Obwohl sie die größte und modernste Eisenerzgrube Europas war, zuletzt noch mit 40 Millionen Tonnen Roherz, musste sie aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden. Als Erinnerungsstück wurde 1983 an der Ecke Weddemweg/Reichenberger Straße eine 18 Tonnen schwere Vortriebsmaschine aufgestellt, die bis kurz vor der Schließung der Grube unter Tage noch eingesetzt worden war.

Quelle: u. a. aus dem Buch "Salzgitter", von Jürgen Hodemacher, 1984



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