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Salzgitter

Erinnerung an das Ende des 2. Weltkrieges

Oberbürgermeister, IG Metall, Betriebsrat der Salzgitter Flachstahl und Leiterin der Gedenkstätte KZ Drütte erinnern an das Ende des 2. Weltkrieges.

Matthias Wilhelm (Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine), Hasen Cakir (Betriebsratsvorsitzender der Salzgitter Flachstahl GmbH), Oberbürgermeister Frank Klingebiel, Maike Weth (Leiterin der Gedenkstätte KZ Drütte)

Der 8. Mai 1945 ist der Tag der Beendigung des 2. Weltkrieges und zugleich der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, Faschismus und Gewaltherrschaft. In diesem Jahr jährt sich dieser Tag zum 75. Mal. In vielen europäischen Ländern ist er ein Gedenk- oder Feiertag, an dem an die Befreiung vom Faschismus erinnert wird.

Anlässlich des 75. Jahrestages erinnert Oberbürgermeister Frank Klingebiel an den nationalsozialistischen Wahnsinn, die Welt beherrschen und andere Nationen unterjochen zu wollen, in dem 60 Millionen Menschen ihr Leben verloren haben. Deshalb spricht Klingebiel sich dafür aus, dass der Tag der Befreiung uns immer Mahnung und Hoffnung sein soll. „Mahnung dafür, dass nie wieder Krieg in Europa stattfinden soll und Hoffnung für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, christliche Nächstenliebe und vor allem für die Unantastbarkeit der Menschenwürde. Er sollte stehen für nie wieder Krieg und Faschismus,“ so Klingebiel weiter. Er erinnerte daran, dass der Tag der Befreiung auch gleichzeitig für die zweite Geburtsstunde der Stadt Salzgitter steht und dass die Menschen Salzgitters durch ihre engen und langjährigen Verbindungen zu den Menschen unserer Partnerstädte Créteil (Frankreich), Swindon (England) und Staryj Oskol (Russland) einen Beitrag zu 75 Jahre Frieden in Europa geleistet haben. „Aus Kriegsgegnern wurden Freunde!“, stellt Klingebiel erfreut fest.

Maike Weth, Leiterin der Gedenkstätte KZ Drütte, erinnerte daran, dass die Gründungsgeschichte der Stadt Salzgitter eng mit dem 2. Weltkrieg verbunden war und damit „vor allem auf dem Rücken von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen aufgebaut wurde.“ Viele von ihnen erlebten das endgültige Ende des Krieges nicht mehr. Darunter war auch Albert van Lieshout. Der 23-jährige Niederländer wurde im Oktober 1944 nach Salzgitter verschleppt und dort zur Arbeit bei den Reichswerken „Hermann Göring“ gezwungen. Er starb nur sieben Monate später, nämlich am 7. Mai 1945 - einen Tag vor dem Ende des 2. Weltkrieges. Er wurde auf dem Friedhof Jammertal bestattet. „Es begann ein 75jähriger Frieden, ein Frieden der nicht selbstverständlich ist,“ so Weth weiter, „sondern ein Frieden für den wir jeden Tag Verantwortung übernehmen müssen.“

Hasan Cakir, Betriebsratsvorsitzender der Salzgitter Flachstahl GmbH, drückte seine tiefe Trauer darüber aus, angesichts der aktuellen Corona-Krise den 75. Jahrestag nicht in der gebotenen Form würdigen zu können. „75 Jahre in Frieden leben zu können,“ führt Cakir weiter aus, „sollten für uns alle - jung und alt - Grund genug sein, alles dafür zu tun, dass die grausame Zeit nie wiederkommt und, dass so etwas nie wieder passiert.“ Die weißen Fahnen in den Fenstern und auf den Plätzen am Ende des Zweiten Weltkrieges sollten wir seiner Ansicht nach nicht als Aufgabe oder Kapitulation verstehen, „sondern die Befreiung von Krieg und Gewaltherrschaft herbeigesehnt zu haben.“ In diesem Sinne hofft Cakir, „dass alle Menschen alles dafür tun, den Frieden zu erhalten und die Welt lebenswert weiterzuentwickeln.“

Matthias Wilhelm, Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine, erinnerte daran, dass „der 8. Mai vor 75 Jahren mit der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erst ein demokratisches Deutschland möglich machte.“ Um jegliche Angriffe auf die Demokratie abzuwehren und damit sich die Geschichte nicht wiederholt, setzt sich die IG Metall konsequent für die Achtung der Menschenwürde, Respekt, Solidarität und den Erhalt der Demokratie ein, so Wilhelm weiter.

„Heute, 75 Jahre nach dem Kriegsende ist der Frieden wieder bedroht und es unsere Verpflichtung, dass das 21. Jahrhundert nicht zu einem Jahrhundert der Konfrontation und Gewalt wird,“ mahnt Wilhelm. Deshalb unterstützt die IG Metall Salzgitter-Peine auch den Aufruf der Friedensinitiative „abrüsten statt aufrüsten“, die zu einer Kultur des Friedens, der Vernunft und der Verständigung aufrufen. Die Initiatoren fordern unter anderem den Aufbau einer gesamteuropäischen Friedensordnung, die Stärkung der Vereinten Nationen und weltweite Abrüstung sowie Rüstungskontrollen. Nicht nur mit Blick auf die Geschichte, sondern auch vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen, lehnt Wilhelm die Erhöhung der Rüstungsausgaben ab und fordert die vorgesehenen Geldmittel von rund 40 Milliarden Euro für Gesundheit, Umwelt, Bildung und Soziales einzusetzen.

In ihrer Forderung den Tag der Befreiung zu einem dauerhaften gesetzlichen Feiertag zu bestimmen, unterstützt die IG Metall Salzgitter-Peine eine Petition von Esther Bejarano, Ehrenvorsitzende der VVN-BdA, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und des gemeinnützigen Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano hatte in einem offenen Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerin Angela Merkel und Mitglieder des Bundestages gefordert, den 8. Mai zum Feiertag zu erklären.

Wilhelm betont: „Ein gutes Leben für alle ist nur möglich, wenn wir Verbrechen und Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Nur wenn wir aus der Geschichte lernen, haben wir eine gute Zukunft. Es ist Zeit, dafür zu handeln. Glück auf, Salzgitter!“

Hinweise zur Filmberichterstattung:

Eine Filmberichterstattung von der Würdigung des Tages der Befreiung kann auf TV 38 im digitalen Kabelnetz oder zeitgleich im Livestream auf  www.tv38.de und auf dem Youtube-Kanal:  TV38HarzHeide gesehen werden. Die Kurzfassung vom Bericht ist geplant für Freitag, 8.5. in der Sendung um 19 Uhr.

Die Langfassung (ca. 20 Min.) wird parallel auf Youtube veröffentlicht und dann der Bericht in der kommenden Woche am 13.05.2020 um 19:10 Uhr und 21:10 Uhr auf TV38 gesendet

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  • Stadt Salzgitter

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