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Salzgitter

Oberbürgermeister Frank Klingebiel: Infektionslage erfordert weitere Schutzmaßnahmen

Ab Mittwoch alle Salzgitteraner Schulen für 2 Wochen in Szenario B

Am Dienstag, 10. November, hatte der Oberbürgermeister in seiner Pressekonferenz zur Corona-Lage in Salzgitter gemahnt, dass unsere Stadt Salzgitter sich - wie viele andere niedersächsische Städte und Landkreise auch - inzwischen in einer kritischen Phase der Corona-Pandemie befindet. „Wenn der exponentielle Anstieg der Fallzahlen so weitergeht, werden wir in Salzgitter, aber auch bundes- und landesweit nicht mehr in der Lage sein, Kontakte nachzuverfolgen, denn unser öffentliches Gesundheitswesen war auf eine Pandemie dieses Ausmaßes nicht vorbereitet,“ stellte Klingebiel in seiner Pressekonferenz fest. Gleichzeitig richtete er einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung Salzgitters: „Halten Sie sich in den kommenden drei Wochen strikt an die Regeln der Landesverordnung und die bekannten Abstands- und Hygieneregeln. Reduzieren Sie private Kontakte auf das absolut nötige Mindestmaß. Nur dann haben wir eine Chance, die Pandemie wieder eindämmen und beherrschen zu können.“

Leider hat sich im Verlauf der letzten Woche noch keine Entspannung der Lage in Salzgitter angedeutet. Die Zahl der täglich Neuinfizierten pendelt zwischen 7 Erkrankten/Tag und 50 Erkrankten/Tag (Durchschnitt der letzten 5 Tage = + 32,4 Erkrankte/Tag). Die Inzidenz bleibt ebenfalls auf einem konstant hohen Niveau um die 190/Tag. Im Einzelnen:

  • Mittwoch, 11. November, + 34 Neuinfizierte, Inzidenz von 187,36
  • Donnerstag, 12. November, + 51 Neuinfizierte, Inzidenz von 188,29
  • Freitag, 13. November, + 30 Neuinfizierte, Inzidenz von 179,86
  • Samstag, 14. November, + 40 Neuinfizierte, Inzidenz von 199,53
  • Sonntag, 15. November, + 7 Neuinfizierte, Inzidenz von 199,53

Am vergangenen Dienstag, 10. November, unterrichteten bereits 18 Schulen in der Stadt Salzgitter im Szenario B. Bei all diesen Schulen waren Klassenverbände vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt mit der automatischen Folge des Wechsels im Unterrichtszenario von Szenario A ins Szenario B. Am vergangenen Donnerstag und Freitag kamen weitere Quarantänemaßnahmen für Klassenverbände der BBS Fredenberg, der Hauptschule Fredenberg und der Grundschule Am Ziesberg - Außenstelle Waldschule - hinzu. Bei einigen Schulen laufen die vom Gesundheitsamt verfügten Quarantänemaßnahmen aus, falls heute oder in den nächsten Tagen keine Neuinfektionen an diesen Schulen festgestellt werden.

Ebenfalls in seiner Pressekonferenz am vergangenen Dienstag hatte der Oberbürgermeister bundesweit an Schulen vorübergehend für einige Wochen einen Wechsel ins Szenario B angeregt: „Meines Erachtens sollten sich die Kultusminister der Länder überlegen, ob in der jetzigen Situation - wo die Infektionszahlen bundesweit so exponentiell ansteigen - nicht über zwei oder drei Wochen alle Schulen im Szenario B unterrichten sollten. Eine vollständige Schließung von Schulen muss unbedingt vermieden werden. Dem Infektionsschutz stehe hier das Recht auf Bildung für die Schülerinnen und Schüler und die Notwendigkeit berufstätiger Eltern, die Betreuung ihrer Kinder im Homeschooling sicherzustellen, gegenüber. Dieses Spannungsfeld kann aktuell am ehesten nicht durch vollen Präsensunterricht oder Schulschließungen, sondern nur durch die verantwortungsvolle Regelung sichergestellt werden, vorübergehend den Unterricht im Szenarios B durchzuführen.“

Am vergangenen Freitag hatte sich Klingebiel gemeinsam mit seinen Amtskollegen mit Vertretern des Nds. Gesundheitsministeriums und des Nds. Innenministeriums zur Corona-Lage in Niedersachsen ausgetauscht. Weder in dieser Videokonferenz, noch in den öffentlichen Verlautbarungen des Nds. Kultusministers Herrn Tonne sind aber derartige Tendenzen zum Wechsel ins Szenario B ersichtlich.

Oberbürgermeister Klingebiel: „Ich habe die Corona-Lage in Salzgitter auch mit Blick auf die Entwicklung der letzten Tage intensiv mit meinem Gesundheitsdezernenten Herrn Dr. Härdrich und meinem ganzen Corona-Krisenstab erörtert und bin aktuell zum Schluss gelangt, dass wir mit Blick auf die vielen Quarantänemaßnahmen, die wir in letzter Zeit in unseren Schulen infolge von positiv getesteten Schülerinnen und Schülern anordnen mussten, ab kommenden Mittwoch, 18. November, vorübergehend für 2 Wochen bis einschließlich Dienstag, 1. Dezember, bei allen Schulen in Salzgitter das Szenario B durch eine Allgemeinverfügung anordnen müssen. Diese Entscheidung ist mir wahrlich nicht leicht gefallen. Aber das Infektionsgeschehen in der kritischen Phase der Pandemie in Salzgitter lässt mir keine andere Wahl. So wird sich die angespannte Lage ab Mitte kommender Woche in den vollen Unterrichtsräumen und auch in den vollen Schulbussen entspannen und folglich das Infektionsrisiko dort drastisch reduzieren. Diese 2 Wochen bringen faktisch nur 5 zusätzliche Homeschoolingtage mit sich. Diese sind aber für alle Schulen berechenbar, anders als durch - nicht vorhersehbare, zunehmende Quarantänemaßnahmen - veranlasste Wechsel in Szenario B an einzelnen betroffenen Schulen. Mir ist selbstverständlich bewusst, was wir den berufstätigen Eltern sowie Schülerinnen und Schüler erneut abverlangen und bitte Sie alle um Ihr Verständnis. Ziel aller unserer Infektionsschutzmaßnahmen ist es, die hohe Inzidenz in Salzgitter kurzfristig und nachhaltig unter 100 zurückzuführen.

Deshalb empfehle ich nach intensiver Beratung in meinem Corona-Krisenstab auch allen Alten- und Pflegeheimen, an der von der Stadt Salzgitter angebotenen Vorsorgeschutzmaßnahme „Reihen-Pool-Testung ihrer Belegschaft“ freiwillig teilzunehmen. Klingebiel: „Ich bitte die wenigen Alten- und Pflegeheime, die bislang von dem Angebot keinen Gebrauch machen: Machen Sie im Interesse Ihrer Belegschaft und Ihrer Bewohnerinnen und Bewohner mit!“

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