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Salzgitter

Nackt im Netz

Die 14-Jährige macht ein Nacktselfie für ihren Freund, der dieses Foto an Kumpels schickt. Die mailen es ebenfalls weiter. Für das Mädchen beginnt in der Schule ein Alptraum. Was kann sie tun? Kann ihr die Polizei helfen? Kann sie den Jungen verklagen? Antworten gibt es am 6. Oktober um 19 Uhr.

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Die Juristin Gesa Stückmann wird praktische Fälle aus ihrer Kanzlei vorstellen und damit Eltern, Jugendlichen und allen anderen Interessierten anschaulich darstellen, was sich hinter den Begriffen „Cybermobbing, Sexting & Co verbirgt”. Seit 2007 informiert und sensibilisiert sie in Vorträgen Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer rund um das Thema und den Umgang mit dem Cybermobbing und Co.

Die Juristin stellt während ihrer Vorträge fest, dass Eltern oft nicht wissen, was ihre Kinder im Netz machen und in welchen Foren sie aktiv sind und was sie verschicken. Daneben trauen sich Kinder und Jugendliche oftmals auch nicht, mit ihren Eltern zu sprechen. „Bleiben Sie mit Ihren Kindern im Gespräch“, empfiehlt die Juristin. Ebenso wichtig sei es, sich über diese Themen zu informieren.

Das empfiehlt auch Claudia Kramer, Polizeihauptkommissarin im Präventionsteam der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel, die präventiv an allen Schulen in Salzgitter und auf Elternabenden über die Gefahren des Internets zu informiert. „Durch Corona gab es keine Elternabende mehr. Mit dem digitalen Infoabend wollen wir Interessierten die Möglichkeit geben, sich einfach von zu Hause zu informieren“, sagt sie.

Das wünschen sich auch der Präventionsrat Salzgitter sowie die AWO Suchthilfe. „Wir sind im Bereich der exzessiven Mediennutzung präventiv tätig und stellen ein großes Interesse an Beratung und Prävention fest“, sagt Marvin Pittner, Präventionsberater in der Beratungsstelle AWO-Salto Suchthilfe.

Bei Cybermobbing sind besondere Kenntnisse erfordert. Dabei geht es um die Nutzung von Apps wie WhatsApp, Instagram, Facebook, Snapchat etc. Diese werden von Kindern und Jugendlichen genutzt, ohne dass Eltern Einblick haben, was dort passiert oder erst spät erfahren, dass die eigenen Kinder Opfer von Cybermobbing oder Cybergrooming werden, indem Erwachsene sie über diese Apps kontaktieren.


Darüber hinaus ist Mobbing im Internet ein komplexes Thema, weil diese Beleidigungen und Diffamierungen in einem virtuellen Raum stattfinden; von Fremden einsehbar sind und jederzeit aufgerufen und verbreitet werden können. 

„Wir wünschen uns, dass sich viele Interessierte einfach vom Sofa zuschalten, um konkrete Handlungstipps zu bekommen und um sich informieren”, so Claudia Kramer.

Das wünscht sich ebenfalls André Geco, Medienbeauftragter im Fachdienst Kinder, Jugend und Familie der Stadt Salzgitter. Denn: „Wir haben während der Pandemie einen eigenen digitalen Austauschkanal geschaffen, um mit den Kindern und Jugendlichen, die vorher in den Kinder- und Jugendtreffs waren, im Gespräch zu bleiben”, sagt er. Die jungen Menschen waren dankbar für diesen Austausch. Die Kinder und Jugendlichen hatten ein großes Mitteilungsbedürfnis, über ihre Erlebnisse und Aktivitäten zu sprechen. „Deswegen ist es wichtig, dass mehr über Cybermobbing, Sexting & Co informiert wird”, betont André Greco. Denn mit diesem Wissen können Betroffene, Angehörige und alle anderen Interessierten aktiv werden, sich dagegen wehren oder im besten Fall kein Opfer von Cybermobbing werden.

Denn immer mehr Erwachsene und junge Menschen sind während der Pandemie online unterwegs. Erwachsene fallen dabei häufig auf digitale Trickbetrüger rein und schämen sich dann, zur Polizei zu gehen. Kinder und Jugendliche trauen sich ebenfalls nicht, mit ihren Eltern über das Mobbing zu sprechen, leiden immer stärker, weil sie keinen Ausweg sehen.

Damit es nicht so weit kommt, gibt es ebenfalls den kostenlosen „digitalen Info-Abend”.

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