Sprungmenü

obere Global-Navigation



Chefinnen SZ
Drucken

Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern

Das Thema "Überbetriebliche Kinderbetreuung" und die Angebote der Kinderbetreuung in Salzgitter standen im Mittelpunkt des dritten Treffens des "Regionalen Bündnisses für mehr Chancengleichheit".
Die Stadt Salzgiter setzt bei der Kinderbetreuung viele Akzente. (Foto: Stadt Salzgitter) Großbildansicht

Rund 15 Teilnehmerinnen des Bündnisses "Chefinnen in Salzgitter" diskutierten über den Betreuungsbedarf in ihren Firmen. Christa Frenzel, Dezernentin für Soziales und Bildung, bringt die Gespräche über einen möglichen Betriebskindergarten mit potenziellen Betreibern voran.

"Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen, ist heute leichter als vor 20 Jahren, aber trotzdem immer noch schwierig", sagte Dr. Roswitha Krum, Fachdienstleiterin Kinder, Jugend und Familie. Die Stadt Salzgitter bietet verschiedene Betreuungsmöglichkeiten an, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Eltern haben unter den 44 Kindertagesstätten in freier Trägerschaft (sechs in Elterninitiativen) ein gutes Wahlrecht für ihre Kinder.

3.003 Plätze stehen hier für die Betreuung für Kinder ab dem dritten Lebensjahr bereit. Zusätzlich gibt es in Salzgitter 17 Tagespflegepersonen (die auch Übernachtungsmöglichkeiten anbieten); 789 Ganztagesplätze und 276 Krippenplätze für die Betreuung der unter Dreijährigen.

Ab dem 1. August 2013, so die Fachdienstleiterin, gebe es für die Kinderbetreuung der unter Dreijährigen einen individuellen Rechtsanspruch. Die Stadt sei bislang schon gut aufgestellt. Weitere 135 Plätze sollen bis zum Herbst entstehen. "Das ist eine Kraftanstrengung für die Kommunen", betonte Christa Frenzel. Zwar gebe es vom Land einen Zuschuss von 7.000 Euro pro Krippenplatz, aber dem gegenüber stehen Investitionskosten von 22.000 Euro. "Salzgitter muss viel stemmen", sagte die Stadträtin mit Blick auf die Akzente, die die Stadt als kinder- und familienfreundliche Lernstadt bereits setzt: So ist seit 2008 der Kindergartenplatz ab dem dritten Lebensjahr beitragsfrei. Salzgitter hat als erste Kommune in Niedersachsen eine dritte Kraft in Kitagruppen ab 15 Kindern, obwohl das Land zwei Erzieher für ausreichend hält und nicht mehr finanzielle Mittel dafür stellt.

Darüber hinaus investiert die Stadt Salzgitter rund 300.000 Euro für die ganzheitliche Sprachförderung und liegt damit nach Osnabrück auf zweiter Stelle dieser freiwilligen Mittel.

"Der Wirtschaftsstandort Salzgitter kann nur gestärkt werden, wenn wir für eine gute Bildung sorgen", ist Christa Frenzel überzeugt. Deswegen entsteht zur Zeit in Zusammenarbeit mit der Berufsbildenden Schule (BBS) Fredenberg eine Modellkindertagesstätte, die von den Lehrerinnen und Lehrern auch als Betriebskindergarten genutzt werden soll. Die Dezernentin berichtete in diesem Zusammenhang von ihren Gesprächen über die Einrichtung von Betriebskindergärten. Der Bedarf sei vorhanden. Das bestätigte Nathalie Eysoldt von der Firma Alstom: Ihr Unternehmen suche europaweit Mitarbeiter. Bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber spiele die Kinderbetreuung eine wichtige Rolle, weil die Familie ersteinmal ohne Großeltern oder Freunde auskommen müsse.

Dr. Roswitha Krum stellte die Betreuungsbörse der Stadt Salzgitter im Internet mit den offenen Plätzen in den Betreuungseinrichtungen vor. Sie verwies auf das Familienservicebüro, das auch in Notfällen mit Betreuungsmöglichkeiten helfe. Claudia Bengelsdorf vom Jobcenter Salzgitter verwies auf die Vorteile von Betriebskindergärten, von denen die Beschäftigten ebenso profitieren wie die Unternehmen. Es gäbe Betriebskindergärten, in denen sich andere Firmen Plätze reservieren lassen, um dadurch auch ihren Mitarbeitern entsprechende Angebote machen zu können. In Salzgitter, dem drittgrößten Industriestandort Niedersachsen, sei der Bedarf sicherlich ebenfalls vorhanden. "Wir sind gesprächsbereit", machte Christa Frenzel deutlich, dass sie den Wunsch aus dem "Chefinnen-Bündnis" in weitere Gespräche mit potenziellen Betreibern mitnehmen wird.

Das regionale Bündnis für mehr Chancengleichheit besteht seit rund einem Jahr. Ziel ist, in den Salzgitteraner Unternehmen mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Durch die Zusammenarbeit von Unternehmen, Verbänden und Stadt werden konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht. 13 Unternehmen und neun Bündnispartner gehören dem regionalen Bündnis zur Zeit an. Das Bundesfamilienministerium hat Salzgitter im März 2012 unter 49 Städten und Landkreisen aus 14 Bundesländern als einen von 10 Standorten des Projekts "mehr Frauen in Führungspositionen - regionale Bündnisse für Chancengleichheit" als Modell- Kommune für Niedersachsen ausgewählt.

Freitag, 19.04.2013




Logo: Salzgitter