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BfS
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Kompetenzen gebündelt

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) feierte seinen 25. Geburtstag und blickte in seiner Feierstunde auch auf die Anfänge zurück. Oberbürgermeister Frank Klingebiel überbrachte die Glückwünsche von Rat und Verwaltung und auch ganz persönlich.
Oberbürgermeister Frank Klingebiel hob in seiner Rede die überregionale Bedeutung des Bundesamtes für Strahlenschutz hervor. (Foto: Stadt Salzgitter) Großbildansicht

Bis zur Gründung des Bundesamtes waren die verschiedenen Bereiche im Strahlenschutz, der kerntechnischen Entsorgung und der Notfallvorsorge auf verschiedene Institutionen verteilt. Das hatte zu erheblichen Schnittstellenverlusten geführt. Als Folge bündelte die Bundesregierung ihre Kompetenzen im Bereich Strahlenschutz in einer Behörde und gründete im November 1989 das BfS. Zu den zusammengeführten Bereichen gehörten insbesondere Teile der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig (PTB), das Institut für Strahlenhygiene (ISH) des Bundesgesundheitsamtes in Oberschleißheim und die Messstation zur Überwachung der Radioaktivität in der Luft in Freiburg.

Frank Klingebiel hob in der Feierstunde die Kompetenzen und Qualifikationen hervor, die sich das Bundesamt in dieser Zeit erworben habe. Das sei dem Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken. "Heute ist das Bundesamt für Strahlenschutz eine wichtige Institution in Salzgitter mit überregionaler Bedeutung", so Frank Klingebiel.

Im Mittelpunkt stehen nach Aussage des Bundesamtes seit 25 Jahren die fachlichen Aufgaben. Als Beispiele seien genannt:

In den 90er Jahren wurde das bundesweite Messnetz zur Überwachung der Radioaktivität in Deutschland ausgebaut. Seitdem überwachen an die 2.000 Sonden die Umwelt in ganz Deutschland.

2002 bis 2008 hat das BfS das Deutsche Mobílfunkforschungsprogramm durchgeführt. Anlass war eine wachsende Verunsicherung der Bevölkerung und wissenschaftliche Zweifel zu möglichen Gesundheitsauswirkungen durch die neue Technologie.

2009 wurde dem BfS von der Bundesregierung der Betrieb und die Sanierung der Asse übertragen. Neben der komplexen fachlichen Herausforderung mussten neue Wege der Kommunikation mit der sehr verunsicherten Bevölkerung erarbeitet werden. Das BfS hat daher von Anfang an auf die Bürgerbeteiligung gesetzt.
2011 ereignete sich die Reaktorkatastrophe in Fukushima. Danach hat das BfS ein Ansturm von Anfragen aus der Bevölkerung und den Medien erreicht. Das BfS informierte vor allem die Menschen in Deutschland über Grundlagen, Auswirkungen auf Deutschland und Europa und machte diese unter anderem auch mit live im Internet verfügbaren Messdaten nachvollziehbar.
2013 wurde das Standortauswahlgesetz verabschiedet. Damit wurde ein Neustart in der Endlagersuche mit einem Vergleich verschiedener Standorte beschlossen, wie ihn das BfS seit mehr als 10 Jahren fordert.

Das BfS steht heute vor veränderten Randbedingungen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben deutlich gemacht: Neben einem soliden wissenschaftlichen Fundament sind bei der Arbeit der Bundesbehörde zunehmend gesellschaftliche und soziale Aspekte zu berücksichtigen. Beispiele sind etwa die Asse, Schacht Konrad oder der Ausbau des Mobilfunks. Das gilt erst recht bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Stoffe. Die Beteiligung der Bürger wird hier eine zentrale Rolle spielen und entscheidend für den Erfolg des Suchprozesses sein.

Oberbürgermeister Frank Klingebiel betonte die vielen aktuellen Fragen, bei denen das Fachwissen und die Einschätzung der rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefragt sind. Ob es um Stromtrassen, Handy- oder Mikrowellenstrahlung und die Gefährlichkeit von Radon: Die Einschätzung der Experten sind überregional gefragt und sind oftmals Grundlagen für Gesetze auf Bundes- oder Europaebene.

Der Oberbürgermeister lobte das gute nachbarschaftliche Miteinander und den regelmäßigen Austausch. Deswegen sei es auch wichtig, dass diese Kompetenzen bei uns bleiben. Mit dem Bundesamt für Strahlenschutz haben alle die Institution für diese Fragen in Salzgitter. "Und deswegen ist es auch naheliegend, dass der endgültige Standort für das neue Bundesamt für kerntechnische Entsorgung in unserer Region liegt. Das BfS wurde gegründet, um die Kompetenzen zu bündeln. Da ist es für mich naheliegend, dieses Fachwissen auch 25 Jahre später an einer zentralen Stelle zu lassen", so Frank Klingebiel.

 

Dienstag, 09.12.2014


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