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ChefinnenSZ-Bündnis nimmt Arbeit auf

Das "Regionale Bündnis für Chancengleichheit" hat am 26. Oktober im Kniestedter Herrenhaus in Salzgitter-Bad seine Arbeit aufgenommen.

Ziel des Bündnisses ist es, in den Salzgitteraner Unternehmen mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. "Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Bündelung aller Kompetenzen notwendig. Durch die vernetzte Zusammenarbeit über die Grenzen von Unternehmen, Verbänden und der Stadt werden wir konkrete Maßnahmen auf den Weg bringen", fasste Stadträtin Christa Frenzel die Aufgabe der teilnehmenden 12 Unternehmen und neun Bündnispartnern zusammen.

Doch bevor es zu diesem ersten Treffen in Salzgitter-Bad kam, mussten noch einige Voraussetzungen geschaffen werden: Im März 2012 hatte die Stadt Salzgitter erfahren, dass sie vom Bundesfamilienministerium unter 49 Städten und Landkreisen aus 14 Bundesländern als Teilnehmer des Projektes "mehr Frauen in Führungspositionen - Regionale Bündnisse für Chancengleichheit" als Modell-Kommune für Niedersachsen ausgewählt worden war. Im Juli wurde dann bei einer Auftaktveranstaltung im Hotel am See in Salzgitter-Lebenstedt das regionale Bündnis "Chefinnen SZ" zur Förderung von Frauen in Führungspositionen offiziell gegründet.

Aus dem Workshop dieser Veranstaltung entstand der jetzt erstmals tagende Arbeitskreis "Regionales Bündnis für Chancengleichheit - Mehr Frauen in Führungspositionen Chefinnen SZ". In das Kniestedter Herrenhaus waren Vertreter und Vertreterinnen der beteiligten Unternehmen und der Bündnispartner gekommen. Unter ihnen die "großen Fünf", wie Salzgitter AG, Bosch, Volkswagen AG, MAN, Alstom, aber auch Firmen wie Schaper und Brümmer, Unipress, Hans H. Meyer, KVG, Braunschweigische Landessparkasse und Rhön-Klinikum. Als Bündnispartner, die das Projekt begleiten sind die Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter (WIS), die Arbeitsagentur Braunschweig, das JobCenter Salzgitter, die IHK, die Kreishandwerkerschaft, die Landesschulbehörde, der Arbeitgeberverband Braunschweig, der DGB und das Niedersächsische Sozialministerium mit dabei.

Auf der Tagesordnung standen vor allem die Ideen, die die Mitglieder als Arbeitsaufgabe aus der Auftaktveranstaltung mitbekommen hatten. Es sollte bereits darüber nachgedacht werden, wie diese Vorschläge in konkrete Aktivitäten umgesetzt werden können.

Während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Thema der Personalgewinnung bei der Auftaktveranstaltung im Juli noch als wichtigsten anzugehenden Punkt gewertet hatten, zeigte sich während der Arbeitssitzung des Bündnisses, dass an erster Stelle die Schaffung von Voraussetzungen für die Werbung von Personal stehen solle. Die Unternehmen müssten in Sachen Führungskräftesuche von vornherein an Familien denken und nicht nur an die zu rekrutierenden Frauen und Männer, betonte Achim Alles von der Firma Alstom. Aber nicht nur unter den Führungskräften müsse dieser Sinneswandel stattfinden, ergänzte Stephanie Koos von der Volksbank Braunschweig/Wolfsburg, es müsse auch innerhalb der Unternehmen kommuniziert werden.

Wie die Vielzahl der im Bündnis gesammelten Ideen in der Praxis vielleicht umgesetzt werden können, mit dieser Aufgabe wurde ein Organisationsteam betraut, dass sich aus der Mitte des Bündnisses zusammensetzt. Dem Team wurde unter der Überschrift "Arbeitskultur und Organisation" als Aufgabe mitgegeben, konkrete Vorschläge zur Akzeptanz von Teilzeitarbeit (sowohl von Frauen, als auch Männern), zur Intensivierung der Berufsorientierung und Einrichtung von Betriebskindergärten in Unternehmen zu erarbeiten. Dass zu letzterem schon ein Baustein in Vorbereitung sei, kündigte Christa Frenzel an. "Die Stadt Salzgitter", so die Stadträtin, "ist im Moment dabei, die verschiedenen Modelle für Betriebskitas zusammenzufassen, die dann den Unternehmen vorgestellt werden."

Wie wichtig es ist mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, machte Harald Eitge von der Agentur für Arbeit deutlich. Bis 2030 würden durch den demografischen Wandel 22.000 weniger Menschen in der Region für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, berichtete er. Vor allem in Ingenieurberufen, dem IT-Bereich, aber auch im Arztberuf, der Pflege, im Gaststättengewerbe sowie bei Berufskraftfahrern und -fahrerinnen gebe es bereits Probleme bei der Suche nach qualifiziertem Personal. Viele Unternehmen hätten gerade im Bereich der Qualifikation ihrer Mitarbeiter zu Fachkräften einen Nachholbedarf. Die Chancen für Frauen in Führungspositionen zu gelangen seien deshalb in der Zukunft sehr gut. Sie müssten jedoch entsprechend gefördert werden.

Mittwoch, 31.10.2012




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