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Chefinnen SZ
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Zwischenbilanz ChefinnenSZ

Anfang 2012 hat die Stadt Salzgitter als eine von zehn Kommunen in ganz Deutschland als einzige niedersächsische Stadt den Zuschlag zur Projektteilnahme "Mehr Frauen in Führungspositionen - Regionale Bündnisse für Chancengleichheit" erhalten.
Oberbürgermeister Frank Klingebiel begrüßte die Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Unternehmen und Bündnispartner sowie viele interessierte Gäste im Hotel am See. Großbildansicht

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF) ist Projektträgerin. Sie begleitet und unterstützt die Arbeit des Bündnisses vor Ort, berät die Stadtverwaltung sowie Unternehmen und koordiniert die Veranstaltungen. 

In Salzgitter arbeiten 12 Firmen und neun Bündnispartner mit Unterstützung der Stadt seit 2012 eng zusammen, um den Mitarbeiterinnen in den Betrieben die Chance zu eröffnen, ihre Potentiale für die Unternehmen besser einsetzen zu können. 

 

Erste Zwischenbilanz gezogen

Während einer Veranstaltung im Hotel am See in Lebenstedt zog das Bündnis eine erste Zwischenbilanz und stellte die nächsten Vorhaben vor. Wichtig war herauszufinden wo das Bündnis steht und wie es weiter geht. 

Zurzeit in der Umsetzung:

- Crossmentoring: Mit Hilfe eines branchen- und betriebsübergreifenden Programmes sollen Frauen gefördert werden.
- Weiblichen Nachwuchs für Karrierelaufbahnen interessieren: Die Stadt Salzgitter will gemeinsam mit der Salzgitter Zeitung über eine Serie "Frauen in Führungspositionen" weibliche Führungskräfte mit Vorbildfunktion vorstellen.
- Die Stadt Salzgitter und einige Unternehmen führen zurzeit Gespräche über die Einrichtung eines jeweiligen Betriebskindergartens. 

So gut wie bereits umgesetzt:

Kurz vor der Fertigstellung ist der Lehrkindergarten, der an der BBS Fredenberg errichtet wird. Anfang 2014 soll er in Betrieb gehen und nicht nur praktische Ausbildungsstätte für die Schüler der Berufsschule sein, sondern auch Betriebskindergarten für die Kinder der Lehrkräfte und umliegende Unternehmen. 

Oberbürgermeister Frank Klingebiel begrüßte die Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Unternehmen und Bündnispartner sowie viele interessierte Gäste: "Die Chancengleichheit ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Stadt", betonte Klingebiel. Dafür müsse es aber auch Strukturen geben, wie beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle. Darüber und über andere Schwerpunkte hätten die "Chefinnen SZ" diskutiert und Akzente gesetzt. "Ich denke wir sind alle bereit, gemeinsam den Weg zu gehen, um unsere Stadt zukunftsfähig zu machen", hob der Oberbürgermeister hervor. 

Ihre persönlichen Erfahrungen auf ihrem Karriereweg bis in den Vorstand der NBank beschrieb Dr. Sabine Johannsen. Sie selbst habe ihren Aufstieg nicht geplant. "Mir wäre damals nicht im Traum eingefallen", so Dr. Johannsen, "das wir 30 Jahre später immer noch mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben." Sie lobte die Arbeit der Bündnispartner in Salzgitter: "Ihr Engagement hat mich von Anfang an überzeugt." 

Erfolgreiche Beispiele 

Zum Thema "Erste Erfolge" stellten Olaf Kierchner von "Unipress Etiketten und Schilder" sowie Dr. Anke Lasserre, Geschäftsführerin des "Klinikums Salzgitter", ihre Strategien vor. 

Er habe sich in den vergangenen zehn Jahren dafür eingesetzt, mehr Frauen in seinem Betrieb einzustellen, erklärte Kierchner. Das Ziel sei ein Frauenanteil von 50 Prozent gewesen. Vor allem viele langjährige Kollegen hätten sich damals dagegen gesträubt, in den männerdominierten Berufen Frauen zuzulassen. Inzwischen sei die angestrebte Quote in seinem Unternehmen erfüllt worden. Der Erfolg habe ihm recht gegeben, denn das Betriebsklima sei besser geworden und die Belange der Familien der Mitarbeiter würden heute viel besser als früher in das Betriebsgeschehen integriert. 

Dr. Anke Lassere stellte in ihrem Vortrag das "WelcomeBack-Programm" des Klinikums vor. Anlass für das Programm, so die Geschäftsführerin, war der Fachkräftemangel im ärztlichen Bereich, der immer weiter zu nehme. Mit "WelcomeBack" soll diesem Mangel begegnet werden. Medizin sei weiblich, denn an den Unis machten die weiblichen Studierenden einen Anteil von 90 Prozent aus, betonte Dr. Lassere. Bei den Berufstartern seien es dann nur noch 50 Prozent und im Bereich der Führungspositionen nur noch 8 Prozent. Studien hätten ergeben, dass bis 2020 56.000 Ärzte fehlen würden.

Das Klinikum-Programm setze bei den Ärztinnen und Ärzten an, die keine Facharztausbildung hätten. Es sei ein dreistufiges Wiedereinstiegs-Angebot mit strukturiertem Fort- und Weiterbildungskonzepten, begleitet von Mentorinnen und Mentoren, das auf die individuelle Entwicklung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugeschnitten sei. Über die Bekanntmachung in den Medien verzeichne das Klinikum zurzeit einen beachtlichen Rücklauf von interessierten Ärztinnen. Außerdem habe das Krankenhaus dadurch auch mehr Bewerbungen von männlichen Medizinern erhalten.

Donnerstag, 19.09.2013


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