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Salzgitter

Land und Stadt Hand in Hand bei der Aufwertung der Ostsiedlung in SZ-Bad

Mit rund 4,7 Mio. Euro fördert das Land Niedersachsen den Kauf von 146 Wohnungen in 39 Gebäuden in der Ostsiedlung in Salzgitter Bad, in der sich insgesamt 1.715 Wohneinheiten befinden.

Grafik der zum Kauf vorgesehenen Immobilien in der Ostsiedlung

„Ein bislang landesweit einmaliger Vorgang von besonderer Tragweite in Salzgitter.“, stellt Oberbürgermeister Frank Klingebiel fest.

Die Fördermittel stammen aus der sogenannten "50 Mio. € Salzgitterhilfe", die das Land Niedersachsen auf Initiative des Oberbürgermeisters Frank Klingebiel angesichts der multiplen Problemlagen Salzgitters Ende 2019 für besondere Strukturhilfemaßnahmen der Stadt bereitgestellt hat.

Bereits seit 2004 arbeitet die Stadt Salzgitter im Rahmen des Städtebauförderprogramms an der städtebaulichen Aufwertung der Ost- und Westsiedlung in Salzgitter Bad. Eine Herausforderung in diesem Quartier ist der besonders hohe Leerstand von Wohnungen mit baulich sehr schlechten Zuständen. Mit den jetzt extra zur Verfügung gestellten Fördermitteln und damit der Möglichkeit zum Ankauf von Wohnungen entlang der Engeroder Straße und der Rheinstraße kann nun ein weiterer bedeutender Schritt zur Aufwertung des Quartiers gemacht werden.

In der Folge wird es dann um die Nachhaltige Sanierung dieser Wohnungen gehen. Ziel ist, eine Aufwertung und Attraktivierung des Quartiers zu erreichen, die Wohnungen zeitgemäßer zu gestalten und durch Umrissveränderungen unterschiedlichen Mieteransprüchen für Jung und Alt zu entsprechen. Hiervon werden die bisherigen Bewohner genauso profitieren wie neue Nutzergruppen. Im Fokus steht eine soziale Durchmischung und der Aufbau funktionierender Nachbarschaften in der Ost- und Westsiedlung.

Die Fördermittel wurden vom Amt für regionale Landesentwicklung in Braunschweig bewilligt. Die Landesbeauftragte Frau Dr. Witt führt hierzu aus: "Ich freue mich, dass die Fördermittel des Landes ein erster Schritt sind, den Sanierungsstau der Wohngebäude zu beenden und das Wohnquartier attraktiver zu gestalten und neu zu beleben. Ich bin sicher, dies wird einen positiven Effekt auf die nachbarschaftliche Gemeinschaft im Quartier haben."

Oberbürgermeister Frank Klingebiel erinnert an seine Odyssee, die er von 2017 bis 2019 in der Nds. Landesregierung und im Nds. Landtag zu bestreiten hatte, bevor seinem Ansinnen nach spürbarer finanzieller Hilfe zur Bewältigung der multiplen Problemlagen seiner Stadt entsprochen wurde und das Land Niedersachsen Ende 2019 eine gesonderte „Salzgitterhilfe i.H.v. 50 Mio. €“ im Landeshaushalt etatisiert hat.

Klingebiel stellt erfreut fest: „Jetzt fahren wir die Früchte meiner harten Arbeit ein. Neben der Förderung des Wasserstoffcampus und seiner Projekte im Dezember letzten Jahres i.H.v. 4,7 Mio. € aus der Säule 3 der Salzgitterhilfe startet jetzt aus der Säule 2 dieser Landeshilfe - flankierend zu der schon seit 17 Jahren laufenden Städtebauförderung - die besondere städtebauliche Aufwertung und Attraktivierung der Ostsiedlung in Salzgitter-Bad durch Erwerb und Sanierung von zum großen Teil leerstehenden zusammenhängenden Wohneinheiten in diesem Brennpunktquartier durch die Stadt Salzgitter. Wir werden gemeinsam mit unserer Wohnbau Salzgitter GmbH in dieser Siedlung als Eigentümer und Vermieter und somit als aktiver Umfeldgestalter neben und mit den dort tätigen privaten Eigentümergesellschaften auftreten. Dieser Startschuss bedeutet mir emotional sehr viel und ist weit mehr als ein Leuchturmprojekt. Wir starteten in eine neue Dimension der städtebaulichen Gestaltung von Brennpunktquartieren in unserer Stadt, die eine lange „Leidensgeschichte“ hinter sich haben. Mein ganz besonderer und herzlicher Dank gilt unserem Ministerpräsidenten Stephan Weil, unserem Stellv. Ministerpräsidenten Dr. Bernd Althusmann und dem CDU-Landtagsfraktionsvorsitzenden Dirk Toepffer, die sich für diese 50 Mio. € Salzgitterhilfe besonders stark gemacht haben.“

Klingebiel bekräftigt: „Durch den beabsichtigten Eigentümerwechsel ändert sich für die Mieter vorerst nichts. Das Projekt „Ankauf und Aufwertungen von Wohnungen“ ist langfristig angelegt. Das inhaltliche Konzept wird noch im Laufe dieses Jahres finalisiert werden. Mit den Sanierungsmaßnahmen, deren Gesamtkosten städtischerseits auf ca. 30 bis 34 Mio. € geschätzt werden, soll Mitte/Ende 2022 begonnen und diese bis voraussichtlich 2030 abgeschlossen werden. Die Mieter müssen sich keinerlei Sorgen machen.“

Insgesamt erhält die Stadt Salzgitter 50 Mio. Euro Strukturhilfe vom Land Niedersachsen. Hintergrund sind die besonderen strukturellen Herausforderungen, vor denen die Stadt bereits seit einigen Jahren steht. Hierzu zählen neben städtebaulichen Probleme auch der Integrationsbedarf für eine große Zahl von zugezogenen Menschen mit Migrationshintergrund sowie der anstehende Strukturwandel der großen ortsansässigen Industrieunternehmen. In einem Strategiepapier hat die Stadt daher ein Säulenmodell zur Nutzung dieser Mittel entwickelt. Neben der städtebaulichen Aufwertung von Quartieren mit hohen Wohnungsleerständen sind dies der Ausbau des Kinderbetreuungs- und Schulangebots sowie die Förderung einer innovativen und zukunftsweisenden Entwicklung der lokalen Wirtschaft. Im Rahmen der letztgenannten dritten Säule wird derzeit der Wasserstoffcampus Salzgitter errichtet.

Und so geht es weiter (voraussichtlicher Zeitplan):

  • Stadt Salzgitter und Eigentümergesellschaft der Wohnungen verhandeln final im April 2021 die Details des Verkaufes
  • der Rat der Stadt Salzgitter wird im Juni 2021 über das Projekt beschließen
  • 3. Quartal 2021 Kaufvertragsabschluss
  • 4. Quartal 2021 Übernahme der Wohnungsverwaltung durch die Stadt Salzgitter/Wohnbau Salzgitter GmbH

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Bildnachweise

  • Stadt Salzgitter