Es lag nicht an mangelndem Interesse, dass dieser Gegenbesuch erst zwei Jahre nachdem Oberbürgermeister Frank Klingebiel mit einer kleinen Delegation in Sagunto war, stattfand, sondern eher an widrigen Umständen. Im Oktober 2024 wurde das Gebiet um Valencia heftig überflutet und es dauerte Monate bis wieder Normalität in der so heftig getroffenen Region einkehrte. Aus diesem Grund verschob sich der in Aussicht gestellte Besuch in Salzgitter.
Im März dieses Jahres fuhr Erster Bürgermeister Stefan Klein mit einer privaten Delegation nach Sagunto und erinnerte bei seinem Besuch im dortigen Rathaus Bürgermeister Dario Moreno an die längst ausgesprochene Einladung von Oberbürgermeister Frank Klingebiel. Und das fruchtete:
Drei Tage verbrachte die spanische Delegation nun in Salzgitter. Drei Tage, die mit vielerlei Aktivitäten gefüllt waren. Mit einer Stadtrundfahrt startete am Montag, dem 1.Juni, das ambitionierte Programm in Salzgitter. Der Besuch des Schäferstuhls mit einem Überblick über die topographische Lage Salzgitters erbrachte einen ersten Eindruck für die Gäste. Weiter ging es mit einer Besichtigung des Gymnasiums in Salzgitter-Bad und der Wasserburg in Gebhardshagen und einem Besuch im Rathaus. Neben einem Überblick auf Salzgitter aus der 10. Etage und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt stand ein Austausch mit einigen Mitgliedern des Rates der Stadt Salzgitter auf dem Programm. Bürgermeister Dario Moreno stellte seine 75.000 Einwohner zählende Stadt vor. Es ergaben sich dabei interessante Parallelen zu Salzgitter, so waren beide Städte jahrzehntelang von der Stahlindustrie geprägt und sehen sich nun mit der Herausforderung konfrontiert den wirtschaftlichen Transformationsprozess zu begleiten und im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten mitzugestalten. Nicht zu vergessen und sozusagen der auslösende Faktor für die Anbahnung einer Städtepartnerschaft zwischen Sagunto und Salzgitter ist, dass beide Städte Standort für eine Batteriezellfabrik sind. Das Werk in Salzgitter dient als Blaupause für die sich noch im Bau befindenden Gigafabrik in Sagunto. Eine Werksführung bei PowerCo stand somit auch auf dem Programm eingerahmt von vielen weiteren Stationen in Salzgitter: Feuerwache, Schloss Salder, Salzgittersee und als Kontrast eine Fahrt durch das Industriegebiet mit kurzen Blicken auf die Salzgitter AG, Alstom, MAN, Volkswagen und Bosch. Trotz der zahlreichen Programmpunkte blieb noch genug Zeit auszuloten, ob eine Städtepartnerschaft sinnvoll wäre. Die Antwort war eindeutig: Ja! Ein glücklicher Zufall ist, dass weder Sagunto bisher eine deutsche Stadt noch Salzgitter eine spanische Partnerstadt hat. Es besteht Potenzial für eine vertiefte kulturelle, sportliche und auf der Ebene des Schüleraustausches basierende Zusammenarbeit.
„Städtepartnerschaften waren schon immer wichtig, doch in so fragilen Zeiten wie heute, kommt ihnen nochmal eine ganz andere Bedeutung zu: Zusammen zu stehen, miteinander und voneinander zu lernen und Seite an Seite einzutreten für freiheitlich demokratische Grundwerte und den Partnerschaftsgedanken mit Leben zu erfüllen, das setzt ein deutliches Zeichen“ ,so Oberbürgermeister Frank Klingebiel.
Und das sein spanischer Amtskollege das genauso sieht, zeigen die Worte, die Bürgermeister Dario Moreno ins Goldene Buch der Stadt Salzgitter schrieb:
„Es ist eine große Freude, zum zweiten Mal nach Salzgitter zurückzukehren, insbesondere um unsere Städtepartnerschaft vorzubereiten. Wir teilen eine Geschichte, die mit der Stahlindustrie verbunden ist, sowie eine Gegenwart, die von neuen Industrien geprägt wird. Die Herausforderung besteht nun darin, gemeinsam zu wachsen – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch als europäische Brüder und Schwestern.“