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Salzgitter

Informationstafeln zur Zwangsarbeit im Erzbergbau

Der Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V. hat drei neue Informationstafeln zur Geschichte der Zwangsarbeit im Erzbergbau und des ehemaligen KZ-Außenlagers Gebhardshagen eingeweiht.

Der Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V. hat drei neue Informationstafeln zur Geschichte der Zwangsarbeit im Erzbergbau und des ehemaligen KZ-Außenlagers Gebhardshagen eingeweiht.

Die Tafeln stehen an historischen Lagerstandorten entlang eines rund vier Kilometer langen Wanderwegs zwischen Altenhagen und Gebhardshagen. 

Jeannette Hentschel, 1. Vorsitzende des Arbeitskreises Stadtgeschichte, betonte die Bedeutung der neuen Informationstafeln für die Erinnerungskultur in Salzgitter. Mit Blick auf die erst kürzlich gestohlenen Informationstafeln zum ehemaligen KZ Salzgitter-Bad erklärte sie: „Gerade jetzt, wo die Informationstafeln zum KZ Salzgitter-Bad gestohlen wurden, setzen wir weiterhin auf eine lebendige Erinnerungskultur.“ 

Auch Jens Loock, Arbeitsdirektor der Salzgitter Flachstahl GmbH, unterstrich den Stellenwert der Erinnerungsarbeit an historischen Orten: „Es ist unsere historische Verantwortung, an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu erinnern. Gerade heute ist dies wichtiger denn je, wo rechtsextremistische Strömungen mehr Zulauf in Deutschland erhalten.“ 

Frank Klingebiel, Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter, verwies auf die Relevanz der neuen Erinnerungszeichen: „Nun stehen an allen ehemaligen KZ-Standorten in Salzgitter Erinnerungszeichen und Informationstafeln. Wir werden die Verbrechen an den Opfern nicht wiedergutmachen können, aber wir können an sie erinnern und verhindern, dass es wieder geschieht.“ 

Maarten Verbaarschot, der Sohn eines ehemaligen niederländischen Zwangsarbeiters, „[…] wollte die Geschichte von Nol und Willem erzählen, angefangen bei ihrer Zeit im Versteck und der Razzia in der Kirche in Sevenum, ihrer Arbeit in der Mine (soweit ich weiß), dem elenden Aufenthalt im Lager und wie sie sich gegenseitig das Leben retteten.“ Der Niederländer verdeutlichte den Wert der Tafeln für Angehörige von Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen. 

Im Anschluss führte Julia Braun vom Arbeitskreis Stadtgeschichte die Teilnehmenden vom Wanderparkplatz Altenhagen zum ehemaligen Standort des KZ-Außenlagers Gebhardshagen. 

Anhand historischer Abbildungen Erinnerungsberichten erläuterte sie die Geschichte des Lagers sowie die katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen der KZ-Häftlinge. Demgegenüber stellte sie die Biografie eines Wachmanns. 

Informationen: Zwangsarbeit im Erzbergbau

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 wurden im Bergwerk Haverlahwiese der damaligen Reichswerke „Hermann Göring“ zahlreiche zivile Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge eingesetzt. Sie mussten unter anderem in der Erzgewinnung arbeiten. 

Untergebracht wurden sie in fünf Barackenlager zwischen Altenhagen, Gebhardshagen und Gustedt. Im Sommer 1944 richtete die SS in einem dieser Lager in der Nähe des Schachts Haverlahwiese II das KZ-Außenlager Gebhardshagen ein. Rund 450 Männer wurden dort unter menschenunwürdigen Bedingungen zur Zwangsarbeit eingesetzt. Sie mussten sowohl über Tage als auch unter Tage arbeiten. Das Lager bestand etwa zwei Monate. 

Der Arbeitskreis Stadtgeschichte. bedankt sich bei der Salzgitter Flachstahl GmbH, dem Städtischen Regiebetrieb (SRB) sowie dem Gestaltungsbüro Hinz & Kunz aus Braunschweig für die gute Zusammenarbeit und die Realisierung der Informationstafeln. Die Umsetzung war durch Spenden des Volkswagen Salzgitter sowie des Rotary Clubs Salzgitter-Wolfenbüttel-Vorharz möglich.

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Bildnachweise

  • Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V.Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ DrütteWehrstraße 2938226 Salzgitter-LebenstedtTel.: